Abfallmengen steigen weltweit – Globale Trends, Vorbilder und die Rolle der REMONDIS Industrie Service-Gruppe
22.09.2026
Rund um den Globus steigen die Abfallmengen. Zeitgleich wächst der Bedarf an funktionierenden, sicheren und effizienten Entsorgungssystemen. Mit ihrer internationalen Aufstellung ist die REMONDIS Industrie Service-Gruppe bereits in zahlreichen Ländern innerhalb und außerhalb Europas aktiv, um Strukturen für die Sonderabfallentsorgung aufzubauen und das Recyclingpotenzial gefährlicher Abfälle weiter zu erschließen. Ein Blick auf globale Trends und die Chancen für die Kreislaufwirtschaft.
Steigende Abfallmengen als Chance für Wachstum
Der 2026 erschienene Bericht „What a Waste 3.0“ der World Bank Group belegt ausführlich, wie stark Städtewachstum und zunehmender Wohlstand sowie der anhaltende Bevölkerungsanstieg die globale Abfallwirtschaft verändern. Nicht wegzudiskutieren ist: Die Abfallmengen nehmen über alle Sparten hinweg weiter zu. Konkret prognostizieren die Autoren in verschiedenen Entwicklungsszenarien einen weltweiten Anstieg der kommunalen Abfälle auf 2,95 Milliarden Tonnen bis zum Jahr 2030. Zum Vergleich: Im Jahr 2022 lag das Abfallvolumen noch bei 2,56 Milliarden Tonnen, zehn Jahre zuvor sogar bei rund 1,3 Milliarden Tonnen. Grundlage dieser und weiterer Zahlen im Bericht sind öffentlich zugängliche Daten aus 217 Ländern und Volkswirtschaften sowie 262 Städten.
Es mag nicht verwundern, dass Industrieländer einen größeren Anteil am Abfallaufkommen haben. Insgesamt verursachen diese rund 29 Prozent der globalen Abfallmenge, obwohl dort nur 16 Prozent der Weltbevölkerung leben. Und auch sonst verteilt sich das Abfallaufkommen in den Regionen nicht immer proportional zur dort lebenden Bevölkerung. Auf Nordamerika entfallen beispielsweise lediglich rund fünf Prozent der Weltbevölkerung, aber zwölf Prozent des weltweiten Abfallaufkommens.
Die Verfasser des Berichts bewerten die steigenden Abfallmengen als Herausforderung, vor allem aber auch als Chance. Nötige Investitionen in effiziente Abfallwirtschaftssysteme könnten Wirtschaftswachstum fördern, viele Arbeitsplätze schaffen und technologische Innovationen vorantreiben. Als Best-Practice-Beispiel nennen sie Japan. Dort greifen ein klarer regulatorischer Rahmen, ein integriertes Abfallwirtschaftssystem, moderne Technologien und die konsequente Einbindung der Bevölkerung beispiellos ineinander. Wie leistungsfähig dieses System ist, zeigte sich schon vor Jahren nach dem Erdbeben im März 2011: Damals mussten rund 31 Millionen Tonnen Trümmer und Schutt (70 Prozent der jährlichen Siedlungsabfallmenge) sowie große Mengen weiterer Abfälle und Sonderabfälle bewältigt werden. Japan erreichte dabei eine Recyclingquote von 80 Prozent für den Bauschutt und von 99 Prozent für den durch den Tsunami abgelagerten Schlamm. Nur 12 Prozent der Abfälle wurden verbrannt. Die aufbereiteten Materialien kamen anschließend als Baustoffe beim Wiederaufbau zum Einsatz.
Abfallzusammensetzung, Sammel- und Entsorgungsstrukturen
REMONDIS Industrie Service verfolgt aktuelle Kennzahlen und Analysen zur globalen Abfallentwicklung, um vor Ort oder im Rahmen von geförderten Projekten gezielt beraten und agieren zu können. „What a Waste 3.0“ bestätigt ganz aktuell: Nach Lebensmittelabfällen (38 % des Abfallaufkommens weltweit) stellen Wertstoffe wie Kunststoffe, Papier, Metalle und Glas mit zusammen rund 34 Prozent den zweitgrößten Strom des globalen Abfallaufkommens dar. Bau- und Inertabfälle machen weltweit rund 3,9 Prozent aus. Gefährliche Abfälle haben mit 0,7 Prozent zwar einen vergleichsweise geringen Anteil, erfordern aufgrund ihrer Eigenschaften jedoch besonders sichere Sammel-, Behandlungs- und Verwertungsverfahren.
Bei den Sammelstrukturen zeigen sich deutliche Unterschiede, die für Entsorgungskonzepte im Ausland bedeutsam sind: Hol- und Bringsysteme bilden weltweit die Grundlage der Abfallerfassung, werden in vielen Regionen jedoch durch informelle Sammler ergänzt, die einen erheblichen Beitrag zur Erfassung von Wertstoffen leisten. Während Länder mit hohem Einkommen hohe Sammelquoten erreichen, werden in Ländern mit niedrigem Einkommen deutlich weniger (nur etwa 28 Prozent) der Abfälle erfasst. Zudem sind die Sammelquoten in städtischen Regionen aufgrund der höheren Bevölkerungsdichte und des stärkeren Konsums deutlich höher als im ländlichen Raum. Diese Erkenntnisse der World Bank Group decken sich mit den Erfahrungen der REMONDIS Industrie Service-Gruppe aus ihren internationalen Standorten und Projekten.
Rund 21 Prozent der weltweiten Abfälle werden derzeit recycelt, kompostiert oder vergärt. Ein vergleichbarer Anteil gelangt in die thermische Verwertung und wird dabei zur Energie- und Wärmeerzeugung genutzt. In Ländern mit niedrigem Einkommen herrscht weiterhin ein hoher Anteil an Deponierung, häufig auch auf unkontrollierten offenen Deponien. 17 Prozent der rund um den Globus anfallenden Abfälle werden überhaupt nicht gesammelt und damit weder behandelt noch ordnungsgemäß entsorgt. Der „What a Waste 3.0“-Bericht kommt zu dem Schluss, dass sich erst mit wachsendem Wohlstand die Qualität und Nachhaltigkeit der Abfallbewirtschaftung verbessern.
Wie steht es um Deutschland und Europa?
Im Abfallbericht sind Europa und Zentralasien zu einer Region mit rund 931 Millionen Einwohnern in 58 Ländern zusammengefasst. Davon zählen 38 Länder zu den einkommensstarken Volkswirtschaften, 14 zu den Ländern mit mittlerem und vier zu den Ländern mit niedrigem Einkommen. Hervorgehoben wird insbesondere die Vorreiterrolle der Europäischen Union bei der Entwicklung einer modernen Kreislaufwirtschaft. Mit einheitlichen rechtlichen Rahmenbedingungen sowie ambitionierten Zielen für Abfallvermeidung, Recycling und Ressourcenschonung setzt sie weltweit Maßstäbe. Länder außerhalb der EU hätten noch Probleme bei der Umsetzung, vor allem durch veraltete Infrastruktur und ein fehlendes öffentliches Bewusstsein.
EU-Kreislaufwirtschaft auf einen Blick
- Die EU will Wertstoffe stärker im Wirtschaftskreislauf halten, auch aus gefährlichen Industrieabfällen.
- Kritische Metalle, Chemikalien und andere Rohstoffe sollen auch aus gefährlichen Abfällen verstärkt zurückgewonnen werden, um die Importabhängigkeit Europas zu verringern.
- Mit dem Clean Industrial Deal stärkt die EU ihre Industrie- und Kreislaufwirtschaftspolitik, insbesondere in den Bereichen Textilien, Bau, Elektronik und Kunststoffe.
- Der für 2026 angekündigte Circular Economy Act soll zentrale Maßnahmen in verbindliches EU-Recht überführen.
- Geplant ist ein EU-weiter Markt für recycelte Materialien und Abfälle, um deren grenzüberschreitende Nutzung zu erleichtern.
- Die EU verfolgt das Ziel, den Anteil zirkulär genutzter Materialien bis 2030 auf 24 Prozent zu verdoppeln, um die europäische Rohstoffversorgung zu stärken.
Die REMONDIS Industrie Service-Gruppe ist mit ihrem internationalen Vertrieb in Europa, Asien und dem Mittleren Osten aktiv, um Industrie- und Gewerbeunternehmen bei der Entsorgung von Sonderabfällen zu unterstützen. Hinzu kommt eine wachsende Zahl eigener operativer Standorte, wie es sie derzeit bereits in den Niederlanden, in der Schweiz und Österreich, in Belgien, Luxemburg, Frankreich, Italien, Polen, Kroatien, Serbien, Nordmazedonien und Taiwan gibt. Überall dort, wo Unternehmen international produzieren oder neue Standorte aufbauen, sind sichere und rechtskonforme Lösungen für die Entsorgung sämtlicher anfallender Abfälle gefragt. Besonders groß ist der Handlungsbedarf in Ländern, die selbst nur über begrenzte Kapazitäten zur Behandlung und Verwertung bestimmter Abfallströme verfügen, etwa Italien oder England. Auf Grundlage der jeweils geltenden nationalen Vorgaben unterstützt REMONDIS Industrie Service seine Kunden dabei, leistungsfähige Entsorgungsstrukturen aufzubauen, weiterzuentwickeln und an die jeweiligen rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen anzupassen.
„Wir helfen vielen Ländern dabei, ihr Abfallmanagement an europäischen und an deutschen Standards auszurichten. Das reicht von passgenauen Entsorgungskonzepten bis hin zum praktischen Aufbau sicherer Sammel-, Transport-, Behandlungs- und Verwertungssysteme. Möglich wird das durch unser internationales Netzwerk erfahrener Spezialistinnen und Spezialisten, Know-how aus vergangenen Projekten und kreislaufwirtschaftlichen Technologien, die wir bereits in Deutschland nutzen; zum Beispiel für das Recycling von Spraydosen, die Sammlung von Lithiumbatterien, Lösungen rund um Ölabscheider oder die Rückgewinnung von Iod aus der Sonderabfallverbrennung.“
Matthias Teuwen, Vertriebsleitung REMONDIS Industrie Service
Gefährliche Abfälle brauchen internationale Lösungen
Sonderabfälle sind ein internationales Thema, weil Produktions- und Lieferketten immer internationaler werden. Von den 842 Abfallarten des Europäischen Abfallverzeichnisses gelten 408 als gefährliche Abfälle. Viele Unternehmen benötigen deshalb Entsorgungspartner, die gefährliche Abfälle grenzüberschreitend sicher erfassen, transportieren, verwerten und dokumentieren können.
Der Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft 2026 würdigt Deutschland als einen der führenden Behandlungsstandorte für gefährliche Abfälle. Mehr als 2.600 Behandlungs- und Entsorgungsanlagen arbeiten hierzulande nach hohen technischen Standards und genießen dafür internationale Anerkennung. Im Jahr 2023 wurden in Deutschland rund 25,5 Millionen Tonnen gefährliche Abfälle behandelt, darunter knapp 2,5 Millionen Tonnen aus anderen Staaten. Auch der „What a Waste 3.0“-Bericht erkennt Deutschlands Vorreiterrolle. Die Bundesrepublik zähle zu den Ländern mit den weltweit höchsten Recyclingquoten und verfüge über eine leistungsfähige Infrastruktur zur Behandlung anspruchsvoller Abfallströme.
Die REMONDIS Industrie Service-Gruppe gestaltet diese Entwicklung aktiv mit und arbeitet täglich daran, Technologien, Kreislaufwirtschaft und politische Rahmenbedingungen weiter voranzubringen. Mit eigenen Behandlungsanlagen und spezialisierten Recyclingverfahren für Lösemittel, Chemikalien, Metallschlämme und viele weitere gefährliche Industrieabfälle verfolgen wir das Ziel, Schadstoffe sicher aus dem Stoffkreislauf auszuschleusen und gleichzeitig möglichst viele wertvolle Rohstoffe für die industrielle Produktion zurückzugewinnen.
Ein besonderes Augenmerk liegt deshalb darauf, gefährliche Abfälle über immer mehr Stoffgruppen hinweg als Rohstoffquelle zu betrachten und zu erschließen. Technisch ist bereits heute vieles möglich – etwa bei der Aufbereitung mineralischer Bauabfälle oder anderer komplexer Stoffströme. Wie groß das Potenzial künftig tatsächlich ausgeschöpft werden kann, hängt nach Einschätzung von Experten jedoch immer von gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen ab. Entscheidend sind investitionsfreundliche Regelungen, eine engere internationale Zusammenarbeit, weitere Investitionen in Recyclingtechnologien sowie digitale Nachweis- und Steuerungssysteme. Auch Künstliche Intelligenz wird unbestritten eine wichtige Rolle spielen, um gefährliche Stoffe in komplexen Materialströmen zu identifizieren, Verwertungswege zu optimieren und die Auslastung spezialisierter Anlagen effizient zu steuern.
Internationale Zusammenarbeit entscheidet dabei nicht nur auf politischer Ebene über den Erfolg zirkulärer Prozesse und Rohstoffsicherung für die Industrie. Sie muss auch im Alltag der Unternehmen, Sammler und Entsorger stattfinden. Deshalb fördert die REMONDIS Industrie Service-Gruppe den fachlichen Austausch zwischen ihren Standorten und baut diesen kontinuierlich aus. Ein Beispiel ist die Niederlassungspartnerschaft zwischen dem Standort Uetze und REMONDIS Italia in Fossano. Ziel solcher Programme ist es, Wissen, Technologien und Erfahrungen aus der täglichen Praxis über Landesgrenzen hinweg zu teilen und gute Lösungen schneller in andere Länder zu übertragen“, sagt René Jurock, Geschäftsführung der REMONDIS Industrie Service, der die Partnerschaft zwischen Deutschland und Italien initiiert hat.
Mehr erfahren: Niederlassungspartnerschaft zwischen Uetze bei Hannover und Fossano im Piemont
Mit eigenen Standorten in Belgien, Frankreich, der Schweiz, Italien und Luxemburg sowie internationalen Projekten unter anderem in Griechenland, den Arabischen Staaten und Thailand unterstützt REMONDIS Industrie Service Unternehmen weltweit bei der sicheren Entsorgung und Verwertung gefährlicher Abfälle.
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