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Sonderabfall aktuell: Was sagt der Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft 2026?

21.07.2026

Seit 2018 liefert der Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft regelmäßig eine Bestandsaufnahme der Entsorgungssituation in Deutschland. Vor Kurzem wurde der nunmehr vierte Bericht veröffentlicht. Darin wird abermals auch die aktuelle Lage zur Sonderabfallbehandlung in der Bundesrepublik beleuchtet. Der Befund: Die hiesige Branche ist für die Behandlung gefährlicher Abfälle gut aufgestellt. Für eine stärkere Kreislaufführung bedarf es in Zukunft jedoch weiterer Anstrengungen.


25,5 Millionen Tonnen gefährlicher Abfall im Jahr 2023

Gefährliche Abfälle sind ein unvermeidlicher Teil von Industriegesellschaften und deren Produktions- und Konsumprozessen. Entsorgungs- und Recyclingunternehmen stellen sie jedoch vor Herausforderungen: Einerseits müssen bestehende Gefahren (wie Toxizität, Explosivität etc.) beseitigt werden. Andererseits gilt es, Rohstoffe aus geeigneten Abfällen zurückzugewinnen und stofflich nicht nutzbare Abfallarten energetisch zu verwerten.

Fast die Hälfte (408) der im Europäischen Abfallverzeichnis aufgeführten Abfälle (insgesamt 842) gilt als gefährlich. Dem aktuellen Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft nach wurden 2023 etwa 25,5 Millionen Tonnen Sonderabfall in Deutschland behandelt – knapp sieben Prozent aller in Abfallbehandlungsanlagen verarbeiteten Abfälle. Rund ein Zehntel davon (2,5 Millionen Tonnen) hat seine Herkunft in anderen Staaten. Den mit 9,2 Millionen Tonnen (36 Prozent) größten Teil der gefährlichen Abfälle bilden Nebenprodukte aus der Abfall- und Abwasserbehandlung (wie gefährliche Schlämme und Aschen). An zweiter Stelle stehen Bau- und Abbruchabfälle (7,8 Millionen Tonnen). Weitere nennenswerte Mengen mit jeweils 1,2 Millionen Tonnen entstammen organisch-chemischen Prozessen sowie flüssigen Brennstoffen.

Netzwerk aus über 2.600 Abfallbehandlungs- und Entsorgungsanlagen

Angesichts der Vielfalt von Sonderabfällen ist ihre fachgerechte Behandlung keine leichte Aufgabe. Deutschland zeigt sich dem Statusbericht zufolge mit einem bundesweiten Netzwerk aus spezialisierten Verfahren hierfür jedoch gut aufgestellt. Diese Verfahren reichen von thermischen Prozessen über unterschiedlichste Formen der stofflichen Verwertung bis zu moderner Deponierung. Insgesamt umfasst dieses Netzwerk über 2.600 Abfallbehandlungs- und Entsorgungsanlagen, die aufgrund ihrer hohen technischen Standards auch international Anerkennung genießen.

Als explizites Beispiel für solche hochtechnologischen Verfahren zur Sonderabfallbehandlung, wie sie auch von REMONDIS Industrie Service eingesetzt werden, nennt der Statusbericht das Recycling von Lösemitteln und Altölen. Dabei werden beispielsweise Altöle zu Motor-, Getriebe- und Hydraulikölen aufbereitet und wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt. Der Handel mit diesen werthaltigen Abfällen unterliegt auf den nationalen und internationalen Märkten strengen Regeln. Aus der stofflichen Verwertung ergeben sich sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile gegenüber der Herstellung aus Rohöl. REMONDIS Industrie Service unterstützt dies unter anderem über die deutschlandweite Sammlung von Altöl aus Werkstätten und Betrieben mit dem MOBIWER.

Besondere Erwähnung erfährt auch die Behandlung flüssiger und pastöser gefährlicher Abfälle in chemisch-physikalischen Anlagen zur Ausschleusung von Schadstoffen. Mehr als vier Millionen Tonnen Sonderabfall wurden 2023 auf diese Weise behandelt.

„REMONDIS Industrie Service betreibt mit mehr als 90 Standorten deutschlandweit ein breites Netzwerk von Anlagen zur Behandlung gefährlicher Abfälle. Damit decken wir sowohl große Sonderabfallströme wie flüssige Brennstoffe als auch die hochspezialisierte Verwertung seltener Abfallarten wie Quecksilber ab.”

Matthias Teuwen, Vertriebsleitung REMONDIS Industrie Service

Deutsche Sonderabfallverbrennung technologisch führend

Mit einem längeren Abschnitt widmet sich der Statusbericht zudem der Sonderabfallverbrennung. Rund 4,4 Millionen Tonnen gefährlichen Abfalls wurden 2023 thermisch behandelt. Sonderabfallverbrennungsanlagen (SAVA) trugen mit knapp 1,2 Millionen Tonnen hierzu bei. Die Sonderabfallverbrennungsanlagen in Deutschland verfügen insgesamt über eine Kapazität von 1,6 Millionen Tonnen pro Jahr und sind europaweit technologisch führend. Mit Verbrennungstemperaturen von über 1.100 Grad Celsius dienen diese Anlagen der sicheren und umweltverträglichen Behandlung von Sonderabfällen, die für eine stoffliche Verwertung nicht in Frage kommen. Dies betrifft insbesondere die Beseitigung gefährlicher Chemikalienreste aus der chemischen Industrie. Komplexe nachgeschaltete Rauchgasreinigungssysteme ermöglichen eine vollständige Neutralisierung organischer Schadstoffe sowie eine ressourcenschonende Abscheidung von Schwermetallen und die Rückgewinnung von Iod. Die strengen Grenzwerte der 17. Bundes-Immissionsschutzverordnung (17. BImSchV) werden bei der Verbrennung meist deutlich unterschritten. 

Internationale Zusammenarbeit und Ausbau der Kreislaufführung

Der Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft 2026 zeigt: Bei der Behandlung gefährlicher Abfälle arbeitet Deutschland mit hohen technischen Standards und international anerkannten Anlagen. Die Autorinnen und Autoren des Berichts betonen jedoch die Notwendigkeit überregionaler und internationaler Zusammenarbeit angesichts der hohen Spezialisierung und der zum Teil geringen Mengen bestimmter Abfallarten. Für den Ausbau der Kreislaufführung von Sonderabfällen seien in Zukunft darüber hinaus technologische Innovationen, die Digitalisierung der Nachweissysteme sowie eine konsequente Ausrichtung auf Ressourcenschonung erforderlich. REMONDIS Industrie Service lebt beide Anforderungen bereits vor: Mit der Erforschung und Entwicklung innovativer Recyclingmethoden wie auch durch die enge Zusammenarbeit mit spezialisierten Schwesterunternehmen im weltweiten REMONDIS-Firmenverbund.

Quellen:

  • Prognos: Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft 2026. Link

Bildnachweis: graphicsecond, AdobeStock; Prognos Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft


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