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EU-Chemikalienstrategie: Auswirkungen für Chemikalien- und Produkthersteller

29.09.2026

Seit Oktober 2020 gibt die Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit der EU die Richtung für eine europäische Wirtschaft vor, die weitestgehend ohne Schadstoffe auskommen soll. Zu den Maßnahmen der Strategie zählen unter anderem schadstofffreie Wertstoffkreisläufe. Diese ermöglichen die Bereitstellung von hochwertigen Rezyklaten.


Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit

Die am 14. Oktober 2020 beschlossene EU-Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit ist ein zentraler Baustein des Europäischen Grünen Deals (European Green Deal). Als solcher verfolgt sie dessen Null-Schadstoff-Ziel (schadstofffreie Umwelt), um Mensch und Natur besser vor gefährlichen Stoffen zu schützen. Darüber hinaus sollen Innovationen im Chemikalienbereich über die Förderung von sichereren Chemikalien sowie “Grüner Chemie” (engl. Green Chemistry) vorangetrieben werden. Hierfür gibt die Strategie eine Reihe von Maßnahmen vor. Dazu zählen insbesondere:

  • Schrittweises Auslaufen besonders schädlicher Stoffe: Die schädlichsten Chemikalien sollen insbesondere in Verbraucherprodukten grundsätzlich auslaufen und nur bei wesentlichen Nutzungen (Essential-Use-Konzept) weiterverwendet werden.
  • Strengere Vorgaben: Überarbeitung wichtiger Gesetze wie der REACH- und CLP-Verordnung.
  • Neue Gefahrenklassen: Bessere Erfassung von Hormongiften (endokrine Disruptoren) sowie von persistenten, bioakkumulierenden und/oder mobilen Stoffen.
  • Schadstofffreie Werkstoffkreisläufe: Minimierung von Schadstoffen in Produkten und Recyclingrohstoffen.
     

Was bedeutet die Chemikalienstrategie für Chemikalien- und Produkthersteller?

Im Zuge der Chemikalienstrategie werden viele Stoffe zunehmend beschränkt oder verboten, die jahrelang für diverse Erzeugnisse essentiell waren. Davon sind insbesondere die schädlichsten Chemikalien betroffen. Hierzu zählen unter anderem

  • CMR-Stoffe (krebserzeugend, mutagen oder reproduktionstoxisch),
  • endokrine Disruptoren,
  • PBT-Stoffe (persistent, bioakkumulierend und toxisch),
  • vPvB-Stoffe (sehr persistent und sehr bioakkumulierend),
  • PMT-Stoffe (persistent, mobil und toxisch),
  • vPvM-Stoffe (sehr persistent und sehr mobil),
  • STOT-RE (Stoffe mit spezifischer Zielorgantoxizität bei wiederholter Exposition).

Chemikalienhersteller sind dazu angehalten, unschädliche Alternativen für diese Stoffe zu entwickeln. Die schädlichsten Chemikalien sollen künftig nur noch dort zum Einsatz kommen, wo ihre Verwendung für Gesundheit, Sicherheit oder das Funktionieren der Gesellschaft wesentlich ist und keine akzeptablen Alternativen vorhanden sind (Essential-Use-Konzept). Ebenso steigt für Produkthersteller der Druck, geeignete Stoffalternativen für die schädlichsten Chemikalien in Verbraucherprodukten einzusetzen.  Bei vielen Produkten bedeutet dies einen gravierenden Einschnitt in das Produktdesign.

Auch weitere bedenkliche Chemikalien rücken zunehmend in den regulatorischen Fokus. Dazu zählen unter anderem PFAS. Die hochpersistenten und teils stark bioakkumulierenden oder mobilen „Ewigkeitschemikalien“ sind ein integraler Bestandteil unterschiedlichster Produkte. Bestimmte PFAS und PFAS-Untergruppen wie PFOS, PFOA und PFHxS unterliegen bereits weitreichenden Beschränkungen oder Verboten. Weitere Einschränkungen betrafen zuletzt PFAS-haltige Löschschäume. Darüber hinaus befindet sich eine umfassende EU-weite Beschränkung von PFAS aktuell im REACH-Verfahren.

„In unseren Anlagen müssen wir heute häufig Schadstoffe ausschleusen, die in Produkten von gestern noch erlaubt waren. Dafür greifen wir auf bewährte Behandlungsverfahren zurück. Wo es technisch möglich ist, bereiten wir geeignete Materialien nach Eliminierung des prekären Schadstoffpotentials zu Sekundärrohstoffen sowie Ersatzbrennstoffen auf.“

Christian Deing, Regionalleitung REMONDIS Industrie Service

Weniger Schadstoffe im Wertstoffkreislauf: Was die Chemikalienstrategie für Recycling bedeutet

Zu den erklärten Zielen des Europäischen Grünen Deals gehört auch der Wandel von der bislang weitgehend linearen Wirtschaft zu einer echten Kreislaufwirtschaft. Der Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit nach sollen daher künftig nicht nur Primärrohstoffe und Produkte, sondern auch Recyclingprodukte möglichst frei von schädlichen Chemikalien sein.

Unternehmen der Kreislaufwirtschaft wie REMONDIS Industrie Service stehen damit vor einer ähnlichen Herausforderung wie Chemikalien- und Produkthersteller. Sie haben dafür zu sorgen, dass möglichst viele Sekundärrohstoffe aus Abfällen nicht nur gewonnen werden, sondern anschließend auch tatsächlich (wieder-) verwendet werden können. Ein erheblicher Teil der Altprodukte erfüllt oft nicht die Anforderungen bezüglich Schadstofffreiheit, und auch viele der heute noch zugelassenen Produkte enthalten bedenkliche Stoffe, die in Zukunft womöglich verboten sein werden.

Innovation für mehr Recycling

Bei vielen Sonderabfällen setzt REMONDIS Industrie Service darauf, Schadstoffe gezielt zu separieren, damit schadstoffarme Sekundärrohstoffe entstehen können. Industrie, Gewerbe, Handel und Kommunen profitieren dabei sowohl vom technischen Know-how als auch von der Versorgung mit Sekundärrohstoffen. Durch Forschung und Entwicklung arbeitet REMONDIS Industrie Service daran, die Recyclingmöglichkeiten für Sonderabfälle weiterzuentwickeln.

Quellen:

  • Echa: Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit. Link
  • Europäische Kommission: Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit. Link
  • Europäische Kommission: Grüner Deal: Kommission verabschiedet neue Chemikalienstrategie für eine schadstofffreie Umwelt. Link
  • Rödl: EU-Chemikalienstrategie: Was Chemikalien- und Produkthersteller jetzt wissen müssen. Link

Bildnachweis: REMONDIS 


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