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„Anpassungsfähigkeit ist keine Schwäche, sondern eine Stärke." – REMONDIS Luxembourg baut E-Flotte aus

15.09.2026

Seit 2021 ist REMONDIS Luxembourg S.à r.l. mit einem modernen Recyclingzentrum in Foetz als Entsorgungs-Generalist im Großherzogtum aktiv. Geschäftsführer Dirk-Friedrich Knäpper spricht über den nun beginnenden Ausbau der vollelektrischen Abfallsammelfahrzeuge, die notwendige Aufklärungsarbeit zu den Brandgefahren von Lithium-Batterien und den aktuellen Bauboom im Land. Er erläutert, warum Anpassungsfähigkeit sowie der direkte Austausch mit Ministerien und Verbänden zentrale Faktoren für eine kundenorientierte Standortentwicklung sind.


Elektrische Abfallsammelfahrzeuge bekommen Verstärkung

Politisch und medial stark beachtet, führte REMONDIS Luxembourg im letzten Jahr das erste vollelektrische Sammelfahrzeug des Landes ein. Seitdem ist das Fahrzeug zur emissionsfreien Sammlung der blauen Wertstoffsäcke (für Plastikflaschen und Aluminium) unterwegs. Wie es im Detail ausgestattet ist, sich im Alltag bewährt und geladen wird, erläuterte Geschäftsführer Dirk Knäpper kürzlich gemeinsam mit Vertretern des luxemburgischen Wirtschaftsministeriums bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer Luxemburg. „Das Wirtschaftsministerium, das zugleich für Energie zuständig ist, hat das Förderprogramm für Elektromobilität neu aufgelegt. Wir konnten im konkreten Anwendungsfall zeigen, wie die Förderung in der Praxis der Abfallwirtschaft bereits erfolgreich umgesetzt wird“, sagt Knäpper.

Ein vom luxemburgischen Fernsehen produzierter TV-Beitrag über das Sammelfahrzeug wurde im Rahmen der Veranstaltung auch gezeigt. „In dem Film spricht zunächst einer unserer Fahrer auf Französisch, anschließend ich auf Deutsch und ein Vertreter der Klima-Agence auf Luxemburgisch. Das spiegelt ziemlich genau wider, wie international und mehrsprachig wir tagtäglich arbeiten“, freut sich Knäpper. Bei REMONDIS Luxembourg gehört Mehrsprachigkeit zum Tagesgeschäft. Den Kundinnen und Kunden stehen Ansprechpartner zur Verfügung, die neben den Amtssprachen auch Englisch sprechen.

Im kommenden Jahr 2027 wird REMONDIS Luxembourg seine elektrische Fahrzeugflotte um weitere Sammelfahrzeuge erweitern. Neue Arbeitsplätze für Fahrer und Ladepersonal entstehen. Mit diesem Ausbau wächst proportional auch die Ladeinfrastruktur am Standort Foetz. Geplant ist unter anderem, die bestehende Photovoltaikanlage durch Batteriespeicher zu ergänzen, um den selbst erzeugten Strom flexibler für das Laden der Fahrzeuge nutzen zu können. Als Vorbild dienen die positiven Erfahrungen der deutschen Niederlassung in Melle. Darüber hinaus wird derzeit die Möglichkeit einer Energiegemeinschaft mit benachbarten Unternehmen am Standort geprüft.

Generalist mit Blick auf aktuelle Herausforderungen: Lithium-Batterien

REMONDIS Luxembourg ist als Entsorgungsdienstleister sowohl für gefährliche als auch für nicht gefährliche Abfälle aufgestellt. Zum Leistungsspektrum gehören klassische Entsorgungslösungen ebenso wie die mobile Akten- und Datenträgervernichtung sowie -archivierung, die mobile Werkstattentsorgung mit dem MOBIWER, Bodensanierungen und Entsorgung kontaminierter Böden, die Entsorgung medizinischer Abfälle, die Übernahme flüssiger Abfälle, die Sammlung von Speiseresten sowie RETRON-Sicherheitsbehälter für die Lagerung und den Transport von Lithium-Ionen-Batterien.

Gerade dem Thema Lithium-Batterien muss sich nach Einschätzung Knäppers in Luxemburg und auch anderen Ländern mit Nachdruck gewidmet werden. Die aktuelle Nationale Restabfallanalyse 2024/2025 für Luxemburg zeigt, dass der Anteil an Problemstoffen im Hausmüll steigt – insbesondere durch Altmedikamente, aber auch durch falsch entsorgte Batterien. „Viele Brände entstehen tatsächlich durch Fehlwürfe im Rest- oder Hausmüll”, warnt Knäpper. Lithium-Ionen-Batterien würden immer zahlreicher, die elektrische Ladung immer stärker. Dadurch erhöhe sich auch das Brandrisiko in Entsorgungsanlagen. Darauf weist der europäische Branchenverband FEAD seit Längerem hin. „Wir möchten dieses Thema stärker in die Öffentlichkeit bringen und tauschen uns auch mit dem luxemburgischen Branchenverband FLEA aus. In Belgien wird beispielsweise bereits im Radio auf die Brandgefahr durch falsch entsorgte Batterien hingewiesen. Solche Initiativen halte ich auch für Luxemburg für sinnvoll. Gleichzeitig sollten Hersteller die Verbraucher noch stärker über mögliche Risiken informieren”, fordert Knäpper.

Bei der Entsorgung von Altmedikamenten, die die Restabfallanalyse im Zusammenhang mit Problemstoffen thematisiert, weist Knäpper auf ein gerade laufendes Projekt hin: REMONDIS Luxembourg ist zertifizierter Entsorgungspartner der staatlichen Initiative SuperDrecksKëscht®, die sich für einen ökologischen Abfalltransport sowie eine umweltgerechte Lagerung und Entsorgung einsetzt. Aktuell befasst sich die Initiative gemeinsam mit der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg mit dem Rückgewinnungspotenzial von Altmedikamenten. In Luxemburg können Bürgerinnen und Bürger nicht mehr benötigte Medikamente grundsätzlich immer kostenfrei in allen Apotheken zurückgeben. „Dass Altmedikamente im Hausmüll landen, sollte möglichst vermieden werden, denn so gehen Rohstoffe verloren“, betont Knäpper.

Seit 2026: Mehr Bauaktivität, mehr Bauabfälle

Neben Lithium-Akkus und dem Ausbau der Hausmüllsammlung beschäftigen REMONDIS Luxembourg derzeit verstärkt Bau- und Abbruchabfälle. Prognosen gehen davon aus, dass Luxemburg bis 2070 rund eine Million Einwohner erreichen könnte. Der dafür benötigte Wohnungs- und Infrastrukturausbau macht sich derzeit in einer steigenden Nachfrage nach Containern und Entsorgungslösungen bemerkbar. „Nach einer längeren Phase mit geringer Bautätigkeit werden seit diesem Jahr wieder viele Projekte aufgenommen und gerade umgesetzt. So erhalten wir deutlich mehr Bau- und Baumischabfälle und haben deshalb unseren Containerbestand erheblich erweitert“, berichtet Knäpper. Parallel stockt Foetz die Flotte an Spezialfahrzeugen für die Containerlogistik auf. Bauunternehmen und Privatkunden können ihre Abfälle weiterhin auch selbst anliefern, was nach wie vor gern genutzt wird.

Für Knäpper sind die derzeitigen Entwicklungen ein Ausdruck der besonderen Stärke des Standorts: 

„Unsere Stärke ist, dass wir uns schnell an neue Anforderungen anpassen können. Anpassungsfähigkeit ist keine Schwäche, sondern eine Stärke. Bei allen neuen Themen hilft uns zudem der direkte Austausch mit Behörden, Ministerien und Verbänden – eine Besonderheit, die mit der politischen und regulatorischen Struktur Luxemburgs zusammenhängt. Natürlich hilft uns auch der Rückhalt der REMONDIS Industrie Service-Gruppe in Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Gemeinsam können wir unsere Leistungen kontinuierlich an die Bedürfnisse des luxemburgischen Marktes anpassen.“


Bildnachweis: REMONDIS


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