REMONDIS Italia auf Wachstumskurs: Ein Blick hinter die Kulissen
19.08.2026
Umrahmt von den malerischen Alpen und den üppigen Barolo-Weinbergen liegt die Stadt Fossano im Piemont. Neben ihrer landschaftlichen Schönheit ist sie auch ein wichtiger Standort für die Wirtschaft. Hier betreibt REMONDIS Italia einen Standort zur Annahme, Zwischenlagerung und Behandlung gefährlicher sowie nicht gefährlicher Abfälle aus Industrie, Gewerbe und Kommunen. Matthias Teuwen, Geschäftsführer von REMONDIS Italia, spricht über die Feinheiten der italienischen Sonderabfallentsorgung, den Wissenstransfer zwischen Deutschland und Italien sowie geplante Entwicklungsschritte.
Seit vier Jahrzehnten in der italienischen Abfallwirtschaft verwurzelt
Die Aktivitäten von REMONDIS Industrie Service in Italien reichen bis in die 1980er-Jahre zurück. Schon damals arbeiteten Gefahrstoff- und Sonderabfall-Experten aus Deutschland mit verschiedenen Akteuren der italienischen Entsorgungswirtschaft zusammen. Weil Italien bis heute nur über begrenzte eigene Behandlungsanlagen für Sonderabfälle verfügt, ist eine verlässliche Organisation grenzüberschreitender Entsorgungswege erforderlich.
Mit der Gründung der Landesgesellschaft REMONDIS Italia und der Übernahme des Standorts Rosso S.r.l. in Fossano wurde die langjährige Verbindung zwischen Deutschland und Italien im Jahr 2024 weiter ausgebaut.
„Wir kennen den italienischen Markt, die gesetzlichen Vorgaben und die Besonderheiten im Umgang mit Sonderabfällen seit vielen Jahren. Und wir sehen in der Praxis: Zwischen gesetzlichen Vorgaben und ihrer Umsetzung im Alltag liegt oft die eigentliche Herausforderung. Dafür braucht es Expertise und Erfahrung direkt vor Ort”
erklärt Matthias Teuwen, Geschäftsführer von REMONDIS Italia und Vertriebsleiter der REMONDIS Industrie Service GmbH & Co. KG.
Was vielen vielleicht nicht bewusst ist: „Die regulatorischen Anforderungen an Gefahrstoffe, Sonderabfälle und Gefahrgut in Italien sind mindestens genauso hoch wie in Deutschland – teilweise sogar noch strenger“, resümiert Matthias Teuwen. Es gelten strenge Anforderungen an Nachweisführung, Transport und Entsorgung. Jeder Abfalltransport muss vorab über die staatlich vorgegebenen Verfahren dokumentiert und angemeldet werden. Erst nach einer Genehmigung darf ein Sonderabfall überhaupt übernommen und transportiert werden.
Teuwen betreut die italienischen Aktivitäten teils von Lünen aus und ist auch regelmäßig in Fossano. Die Entwicklung des Standorts bewertet er positiv: „In den vergangenen zwei Jahren haben wir viele neue Kontakte geknüpft und uns als verlässlicher Ansprechpartner etabliert. Dieses Vertrauen spüren wir im täglichen Austausch mit unseren Kundinnen und Kunden, ebenso auf Fachmessen und Branchenveranstaltungen.“
Gefährliche und nicht gefährliche Abfälle: Bis zu 40.000 Tonnen Abfälle pro Jahr
Der Standort Fossano übernimmt Sonderabfälle wie auch nicht gefährliche Abfälle aus den umliegenden Industriegebieten zwischen Mailand und der ligurischen Küste um Genua. Das Einzugsgebiet umfasst einen ungefähren Radius von ca. 200 Kilometern. Anliefern oder abholen lassen können Kunden feste Sonderabfälle wie Stäube und Schlämme oder pastöse Stoffe, aber auch flüssige Abfälle. Viele Abfälle, die in Fossano ankommen, entstehen in der umliegenden Automobil- und Zulieferindustrie sowie bei Infrastruktur- und Tunnelbauprojekten im Raum Genua und Mailand. Auch von einer kommunalen Schadstoffsammelstelle holt REMONDIS Italia Sonderabfälle ab. Insgesamt kommen in Fossano jährlich rund 36.000 bis 40.000 Tonnen Abfälle an.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt außerdem auf der Altölentsorgung. Anders als in Deutschland ist die Sammlung gebrauchter Altöle in Italien über das nationale Konsortium CONOU organisiert. Zugelassene Sammelunternehmen wie REMONDIS Italia übernehmen die Erfassung, bevor die Altöle in aller Regel der Regeneration zugeführt werden.
Italia wächst weiter
Seit REMONDIS Italia den rund 20.000 Quadratmeter großen Standort in Fossano betreibt, wurde kontinuierlich in dessen Modernisierung investiert. Dazu gehören neue Sammel- und Transportfahrzeuge, die Ausstattung des betriebseigenen Labors mit moderner Analytik, die Einstellung zusätzlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Sanierung des Verwaltungsgebäudes. Zudem wurden Altlasten auf dem Gelände beseitigt und das Betriebsgelände zuletzt erweitert.
Heute verfügt der Standort unter anderem über acht Lagerbunker, zwei Schredder, mehrere Lagertanks sowie zwei Fahrzeugwaagen für die Abfallannahme. „In Fossano finden wir alles, was das REMONDIS-Herz begeht”, scherzt Teuwen und meint: Sowohl feste, pastöse als auch flüssige Abfälle können angenommen, sortiert, behandelt und für die weitere Verwertung oder Entsorgung vorbereitet werden. Und die Entwicklung geht weiter – die Chemikaliensortierung soll künftig weiter ausgebaut werden.
Niederlassungspartnerschaft stärkt den Wissenstransfer
Ein wesentlicher Grund für die positive Entwicklung des Standorts ist der enge Austausch zwischen deutschen und italienischen Niederlassungen von REMONDIS Industrie Service. Für Fossano wurde eine Niederlassungspartnerschaft mit dem Standort Uetze ins Leben gerufen. Mitarbeitende aus Deutschland unterstützen ihre Kolleginnen und Kollegen zeitweise in Fossano, während italienische Beschäftigte die Standorte Uetze und Bramsche besuchen. Ziel ist es, Arbeitsabläufe kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen.
Im Mittelpunkt stehen meist praktische Themen des Betriebsalltags, beispielsweise die Organisation von Zwischenlagern, Logistikprozesse oder der Umgang mit technischer Ausstattung. „Die Kolleginnen und Kollegen konnten direkt erleben, wie wir bestimmte Abläufe organisieren. Auf der anderen Seite haben auch wir neue Impulse erhalten. Dieser Austausch funktioniert hervorragend, notfalls auch mal mit Händen und Füßen“, berichtet Matthias Teuwen. Gegenseitiges Verständnis und ein Teamgedanke, der über Ländergrenzen hinweg trägt, bildet das Fundament für die Zukunft der deutsch-italienischen Zusammenarbeit.
Bildnachweise: REMONDIS
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