„Zwischen Bewerbung und Gespräch liegen manchmal nur wenige Stunden” – Julian Funke über Jobs und Bewerbungen
21.04.2026
Ob auf der Karrieremesse, per klassischer Stellenausschreibung über ein Jobportal oder eine Social Media-Kampagne: Neue Talente kommen über die unterschiedlichsten Wege zu REMONDIS Industrie Service. Was viele nicht wissen: Dahinter steckt ein Recruiting-Team, das Fachkräfte und Nachwuchstalente gezielt anspricht und den Bewerbungsprozess steuert. Einer dieser Recruiter ist Julian Funke. Er erzählt, welche Berufsgruppen jetzt und in Zukunft in der Abfallwirtschaft gefragt sind, wie Bewerbungsgespräche ablaufen und warum die Branchen Entsorgung und Kreislaufwirtschaft so besonders sind.
Freie Jobs für Berufskraftfahrer und gewerblich-technische Berufe
Mit neuen Eindrücken und nur wenig Jetlag ist Julian Funke gerade frisch aus New York an seinen Arbeitsplatz zurückgekehrt. Nur wenige Stunden nach der Landung steigt er direkt wieder in seine berufliche Aufgabe und Passion ein: Menschen für die Verwertung von Gefahrstoffen und gefährlichen Abfällen zu begeistern. Sein Recruiting-Gebiet ist der Süden Deutschlands. Schon während seiner Ausbildung hat er gemerkt, wie viel Freude es ihm bereitet, mit Menschen zu sprechen, ihnen genau zuzuhören, ihre Einsatzmöglichkeiten und Potenziale zu erkennen.
Bei REMONDIS Industrie Service ist der Bedarf an nachrückenden Fachkräften und Nachwuchs konstant vorhanden. Ein mehrköpfiges Recruiting-Team unterstützt deshalb die 133 deutschen und internationalen Standorte, an denen über 4.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt sind. Ein Dauerbrenner sind zu besetzende Stellen im gewerblich-technischen Bereich. Die neuesten Stellenausschreibungen finden sich sowohl auf der Karriere-Seite als auch auf den gängigen Jobportalen. Um diese zügig zu besetzen, ist Funke mit seinem Team auf Karriereseiten, in Social Media sowie vor Ort in Schulen, an Universitäten, auf Karrieremessen und weiteren Bildungsveranstaltungen präsent.
„Wir von der RIS sind echte Messe-Fans, deutschlandweit auf vielen Veranstaltungen vertreten. Mein persönliches Highlight sind Schülermessen, da meine Schulzeit ja auch noch nicht allzu lange zurückliegt und ich mich gut in die berufliche Orientierungsphase gegen Ende der Schulzeit hineinversetzen kann. Und es erfüllt mich, wenn ich durch ein Gespräch bei der Entscheidungsfindung mitwirken kann.“
Was REMONDIS Industrie Service am Herzen liegt, sind schnelle Reaktion und ein direkter Draht zu den Interessenten: Zwischen Bewerbung und erstem Gespräch vergehen manchmal nur wenige Stunden. „Gerade bei Fahrerstellen greifen wir oft noch am selben Tag zum Hörer. Ich hatte auch schon den Fall, dass ein Fahrer am Tag seiner Bewerbung direkt vorbeigekommen ist”, berichtet Funke über seine tägliche Arbeit.
Stark vereinfachte Bewerbungsprozesse ohne Lebenslauf und Anschreiben ließen die Anzahl der Bewerbungen zuletzt steigen. Wichtig bleibt, grundlegende Angaben und Fähigkeiten abzufragen – zum Beispiel zum Führerschein oder zu den Deutschkenntnissen, die im Gefahrstoff- und Sonderabfallbereich nötig sind. Fehlt beispielsweise der für den Transport von Gefahrgut vorgeschriebene ADR-Schein, ist das aber kein Hindernis. Denn diese Qualifikation kann im Rahmen der Tätigkeit erworben werden.
In den Bewerbungsgesprächen setzt REMONDIS Industrie Service auf ein beiderseitiges Kennenlernen. „Es ist kein Verhör, sondern ein echter Austausch. Wir wollen den Menschen als Person kennenlernen – und umgekehrt sollen Bewerberinnen und Bewerber natürlich auch uns kennenlernen. Wir wollen wissen, wie sie auf uns aufmerksam geworden sind und welche Vorstellungen sie vom Job und unserer Branche haben”, erzählt Funke. Das klopft er sowohl in persönlichen Gesprächen, von denen er etwa 20 pro Woche führt, als auch in telefonischen Vorgesprächen ab und berät die jeweiligen Niederlassungsleiterinnen und -leiter entsprechend.
Jetzt, Anfang des Jahres, ist der Bewerbungseingang saisonal bedingt immer etwas höher. „Typisch ist auch, dass wir zum Ende eines Jahres oder zum Jahreswechsel viele Bewerbungen bekommen, weil sich die Menschen denken ,im neuen Jahr schaffe ich das mit dem neuen Job’. Im Sommer hingegen führen die Urlaubs- und Ferienzeiten zu weniger Bewerbungen.” Darauf stellen wir uns beim Recruiting ein.
Hoher Bedarf an chemischen Fachkräften
„Wo wir aktuell ebenfalls großen Bedarf haben, ist bei den chemischen Fachkräften“, betont Funke. Diese müssen eine abgeschlossene Ausbildung aus dem chemischen Bereich oder einer vergleichbaren Fachrichtung mitbringen. Das kann der Abschluss als Chemielaborant sein, aber auch als Fachkraft für Kreislaufwirtschaft oder als Chemikant. Ebenso zählen Abschlüsse wie Chemisch-technischer Assistent (CTA), Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA) oder Umweltschutztechnischer Assistent (UTA). Es gibt insgesamt rund 15 verschiedene Ausbildungsberufe, mit denen Bewerberinnen und Bewerber die fachliche Grundlage erfüllen, um im Gefahrstoff- und Sonderabfallbereich zu arbeiten.
Spannend ist, dass chemische Fachkräfte oft eine ganz andere Vorstellung von der Arbeit bei REMONDIS Industrie Service haben. „Viele stellen es sich bei uns klassisch wie in einem Labor vor“, erklärt Funke. „Ja, wir haben in einigen Niederlassungen auch Labore – aber ein wichtiger Teil unserer Arbeit findet zum Beispiel in der mobilen Schadstoffsammlung statt.“ Dort geben Bürgerinnen und Bürger ihre privaten Sonderabfälle wie Farben und Lacke ab, die anschließend fachgerecht sortiert und in geeignete Behälter verpackt werden. Diese Arbeit dürfen nur TRGS-geschulte Fachkräfte mit chemisch-naturwissenschaftlichen Kenntnissen verrichten, die diese über eine Ausbildung oder eine zugelassene Qualifizierungsmaßnahme erlangt haben. „In der mobilen Schadstoffsammlung haben unsere Fachkräfte viel direkten Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern – das sei eine sehr abwechslungsreiche und schöne Aufgabe, weil sie über Gefahrstoffe und gefährliche Abfälle aufklären und Wissen vermitteln. Das spiegeln uns unsere Fachkräfte von den Touren des Schadstoffmobils öfter wider", so Funke.
Quereinstieg, Trainee-Programm, Berufsausbildung: Praxis zählt
„Die REMONDIS Industrie Service-Welt ist besonders. Das, was wir machen, ist besonders. Wir sind nicht die klassische Müllabfuhr, wir sind die ‚gefährlichen Guten‘“, bringt es Funke auf den Punkt. „Wenn wir in den Bewerbungsgesprächen über die Besonderheiten von Gefahrstoffen und gefährlichen Abfällen erzählen, über alle Sicherheitsvorkehrungen, unsere Ausstattung und Technik, ist bei den meisten das Interesse für eine Beschäftigung geweckt. Wer in der Sonderabfallwirtschaft arbeitet, trägt Verantwortung. Schadstoffe sicher aus Abfällen auszuschleusen, ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Wir wollen alle in einer sicheren und sauberen Umwelt leben und dafür braucht es Sonderabfallrecycling und -entsorgung”, bekräftigt Funke.
Die Niederlassungsleiterinnen und -leiter haben gute Erfahrungen damit gemacht, Quereinsteigern eine Chance zu geben und in ihre Einarbeitung zu investieren. Wer sich verändern möchte, bringt meist eine besonders hohe Motivation mit, sich in ein neues Thema einzuarbeiten. „Und das Onboarding ist bei uns ein gut strukturierter Prozess: Neue Kolleginnen und Kollegen werden eingeführt, lernen den Standort und alle Bereiche kennen”, erzählt Funke. Viele Beispiele, wie der Quereinstieg von Dennis Trappmann zeigen, wie sich Quereinsteiger langfristig aufbauen lassen und inzwischen verantwortungsvolle Positionen im Team übernehmen.
Auch das Trainee-Programm ist bei Studierenden wie auch REMONDIS-intern beliebt, wie Funke berichtet: „Über einen Zeitraum von zwei Jahren bilden wir im Traineeship die Führungskräfte von morgen aus. Studierende aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen durchlaufen ein zweijähriges Programm, lernen die wichtigsten Standorte und Anlagen kennen, treffen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie fahren Touren und Einsätze mit und bekommen dadurch hautnah mit, was im Betrieb und ,draußen’ beim Kunden passiert. Ziel ist es, sie anschließend in eine Führungsposition zu bringen. Ähnliche Möglichkeiten bietet REMONDIS Industrie Service auch für Auszubildende oder dual Studierende an. Auf die persönliche Betreuung wird in allen Nachwuchsprogrammen viel Wert gelegt – nicht nur durch Ausbilder, sondern auch auf der obersten Führungsebene: Unser Ehrenaufsichtsratsvorsitzender Norbert Rethmann begrüßt auch im Alter von 86 Jahren noch alle Azubis an ihrem ersten Tag bei uns persönlich. Oft mit den Worten: ,Ihr seid die Führungskräfte von morgen.‘“
Neue Kolleginnen und Kollegen kommen hin und wieder auch aus dem Umfeld von Mitarbeitern: „Es ist schön zu sehen, wie private Empfehlungen aus dem Team heraus funktionieren und neue Talente zu uns finden.“ So wächst das Team durch persönliche Empfehlungen, Begegnungen, vor allem durch Menschen, die Lust haben, gemeinsam für eine sichere und saubere Umwelt einzutreten.
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Blick in die Zukunft: Krisensichere Beschäftigung immer wichtiger
In Zeiten angespannter Wirtschaft suchen viele Menschen nach einem krisensicheren Job. „Bewerber um die 50 Jahre sagen häufig im Vor- oder Bewerbungsgespräch: ‚Das soll jetzt bitte mein letzter Arbeitgeber sein’ und genau da können wir punkten. Denn Abfälle und auch Sonderabfälle wird es immer geben“, betont Funke. Natürlich sei auch die Sonderabfallwirtschaft im Wandel: Nicht nur Themen der Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit gewinnen zunehmend an Bedeutung, auch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz halten verstärkt Einzug. „Dadurch werden sich Tätigkeitsbereiche verändern, effizienter gestalten und Wissen künftig noch besser teilen lassen“, schätzt Funke ein.
Bildnachweis: REMONDIS