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Lösemittelrecycling in der Kreislaufwirtschaft

25.08.2026

Lösungsmittel oder umgangssprachlich Lösemittel (Solvenzien) sind in vielen Bereichen praktisch unverzichtbar. Dies gilt für die chemische Industrie ebenso wie für die Herstellung von Farben und Lacken, die Metallverarbeitung, die Arzneimittelherstellung, in der Kunststoffindustrie und viele weitere. Da die Produktion neuer Solvenzien aufwendig, energie-, rohstoff- und kostenintensiv ist, kommt dem Lösemittelrecycling eine immer größere Bedeutung zu. Industriebetriebe profitieren in vielerlei Hinsicht von der Nutzung von Lösemittel-Regeneraten.


Welche Rolle spielt das Recycling von Lösemitteln in der Kreislaufwirtschaft?

Der hohe Bedarf an Lösungsmitteln lässt sich unter anderem am aktuellen Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft ablesen. Hier werden Lösungsmittel gleich zu Beginn in einer Reihe mit Metallen, Papier, Glas, Kunststoffen und aufbereitetem Altöl als Beispiel für die Schonung natürlicher Ressourcen durch Recycling genannt. Bei den Verwertungswegen in der Kreislaufwirtschaft stehen Lösungsmittel darüber hinaus an erster Stelle, wenn es um das Recycling gefährlicher Abfälle in Hochtechnologieanlagen geht. Neben dieser stofflichen (Wieder-)verwertung findet zudem die thermische Verwertung als Ersatzbrennstoff in der Mitverbrennung in Zementwerken Erwähnung. Die Kreislaufwirtschaft verarbeitet jedoch nicht nur Lösungsmittel, sie nutzt sie auch selbst in Recyclingprozessen, zum Beispiel bei der Extraktion unerwünschter Schadstoffe aus Altöl oder in der Bodenwäsche.

Lösemittel im Stoffkreislauf

In der EU werden jährlich mehrere Millionen Tonnen an Lösungsmitteln verbraucht. Ein bedeutender Teil davon wird in der Farb- und Lackindustrie sowie in der Pharmazie genutzt. Allein in Deutschland fallen so etwa 60.000 Tonnen Lösungsmittel pro Jahr an, die mit Lacken verunreinigt sind. Aber auch andere Bereiche wie die chemische oder die Kosmetikindustrie verzeichnen einen sehr hohen Lösungsmittelverbrauch.

REMONDIS bietet mit dem Fachbereich RESOLVE Industriebetrieben aller Branchen einen bundesweiten wie auch internationalen Wiederaufbereitungsservice, der unmittelbar an den industriellen Prozess anschließt. Dabei werden verunreinigte Lösungsmittel – im Bedarfsfall per Saugfahrzeug – vor Ort im Betrieb erfasst und direkt in eine von zwei spezialisierten Recyclinganlagen in Braunschweig oder Willstätt verbracht. Der Transport erfolgt ADR- beziehungsweise RID-konform über Straße oder Schiene (per Bahnkesselwagenanschluss).

Besondere Erwähnung erfährt auch die Behandlung flüssiger und pastöser gefährlicher Abfälle in chemisch-physikalischen Anlagen zur Ausschleusung von Schadstoffen. Mehr als vier Millionen Tonnen Sonderabfall wurden 2023 auf diese Weise behandelt.

„Viele Lösungsmittel lassen sich mehrfach wiederaufbereiten. Mit RESOLVE ermöglichen wir weitgehend geschlossene Stoffkreisläufe, durch die Industrieunternehmen einen wesentlichen Teil ihres Lösungsmittelbedarfs mit hochwertigen und wirtschaftlich attraktiven Regeneraten abdecken können. Die sichere Rücknahme und Aufbereitung gebrauchter Lösungsmittel wird dabei zur Grundlage einer verlässlichen Versorgung.“

Marc Speckenmeyer, Bereichsleitung Staufen Chemie, REMONDIS Medison

In den Recyclinganlagen werden mittels verschiedener Spezialverfahren (atmosphärische Destillation, Vakuumdestillation und Rektifikation) die verunreinigten Alt-Lösemittel wiederaufbereitet. Die qualitätsgeprüften Regenerate werden anschließend lose oder in geeigneten Gebinden wieder an Industriebetriebe geliefert. Diese Verfahrensweise bietet gleich mehrere Vorteile. Durch das Recycling werden Primärrohstoffe wie Rohöl geschont. Zugleich erfordert die Wiederaufbereitung weniger Energie als die Herstellung aus Primärrohstoffen. Das bedeutet nicht nur geringere Treibhausgasemissionen: Regenerate lassen sich auch deutlich günstiger bereitstellen. Ist eine Destillation aufgrund zu geringer Qualität oder zu geringer Ausbeute der Altlösungsmittel nicht möglich oder unwirtschaftlich, werden diese an weiteren Standorten zu Ersatzbrennstoffen weiterverarbeitet.

RESOLVE: Geschlossener Kreislauf für Lösemittel

REMONDIS schafft mit RESOLVE einen geschlossenen Kreislauf für die Lösemittelversorgung. Dabei umfasst RESOLVE nicht nur die Wiederaufbereitung gebrauchter Lösemittel aus der Industrie, sondern den gesamten Kreislauf – von der Rücknahme über die Aufbereitung bis zur Wiedernutzung. Alternativ können Kundinnen und Kunden ihre Altlösungsmittel auch ohne anschließende Rückführung regenerierter Lösemittel bei RESOLVE verwerten lassen. Umgekehrt können qualitätsgeprüfte Regenerate unabhängig von einem Entsorgungsauftrag direkt über RESOLVE bezogen werden – sowohl in standardisierten Rezepturen als auch als individuell auf die Anforderungen und Produktionsprozesse der Kunden abgestimmte Lösungen.


Quellen:

  • Prognos: Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft 2026. Link
  • RESOLVE: Lösemitelhandel. Link
  • RESOLVE: Lösemittelrecycling. Link
  • Sonderabfallwissen: Einsatz von Destillaten schont Ressourcen und spart CO2. Link

Bildnachweis: REMONDIS


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