Starkregen und Hochwassergefahr: Notfallplan für Betreiber von Ölabscheidern
01.07.2026
Starkregen und in der Folge Überschwemmungen betreffen besonders auch Betreiber von Ölabscheidern. Denn werden Abscheideranlagen überflutet oder gibt es einen Rückstau, treten gefährliche Leichtflüssigkeiten über Schachtabdeckungen unkontrolliert aus. Dabei können Öle in Gewässer und Böden gelangen und gravierende Umweltbelastungen verursachen. Mit REMONDIS Industrie Service an ihrer Seite können Betreiber die erforderlichen Vorsorgemaßnahmen rechtzeitig umsetzen und dadurch Umweltschäden, teure Feuerwehreinsätze und hochwasserbedingte Reparaturkosten vermeiden.
Wichtigste Maßnahme bei Hochwasserwarnung: Ölabscheider rechtzeitig entleeren lassen
Extremer Regen stellt nicht nur eine Gefahr für Abscheideranlagen unter freiem Himmel dar. Auch bei Ölabscheidern ohne Regenwasserzufluss kann es durch hohe Niederschlagsmengen zu gefährlichem Rückstau aus dem Kanalnetz kommen. Besonders kritisch wird es, wenn die Anlage nicht regelmäßig gewartet oder nicht gegen Überlaufen gesichert wurde.
Doch wie können Werkstätten, Tankstellen, Waschstraßen und Industriebetriebe, in denen mineralölhaltige Abwässer anfallen, vorsorgen, wenn Starkregen oder Hochwasser angekündigt sind? Die konkreten Vorgaben legen die zuständigen Ämter vor Ort fest. Grundsätzlich gilt jedoch: Je früher Betreiber reagieren, desto besser lassen sich Umweltschäden und Betriebsunterbrechungen vermeiden.
4 Betreiber-Pflichten bei Hochwasser
- Vor Erreichen des vor Ort festgelegten Hochwasserpegels muss der Abscheider entleert und gegebenenfalls durch Befüllung mit Wasser gegen Auftrieb gesichert werden. Die maßgebliche Hochwassermarke erfahren Betriebe und Werkstätten von der zuständigen Behörde (Wasserbehörde, Tiefbauamt etc.).
- Sobald Hochwassergefahr besteht, sind sämtliche Anlagen und Flächen, die an den Ölabscheider angeschlossen sind, vorübergehend stillzulegen. Dadurch wird verhindert, dass bei Rückstau oder Überflutung zusätzlich belastetes Abwasser in die Anlage gelangt.
- Bereits vor der Inbetriebnahme des Ölabscheiders müssen Betreiber einen Vertrag mit einem Entsorgungsfachbetrieb wie REMONDIS Industrie Service nachweisen, der im Hochwasserfall kurzfristig (in der Regel innerhalb von 24 Stunden) eingreifen kann. Bei Hochwasser ist ein verlässlicher Ansprechpartner entscheidend, um die behördlich vorgeschriebenen Maßnahmen rechtzeitig umzusetzen.
- Nach einer Überflutung dürfen Ölabscheider und angeschlossene Flächen erst wieder genutzt werden, wenn ein zugelassener Prüfer im Rahmen einer Generalinspektion die ordnungsgemäße Funktion bestätigt hat. Denn sowohl die hydraulische Belastung durch Hochwasser als auch mögliche Eingriffe der Feuerwehr können Einbauteile oder Verschlusseinrichtungen beschädigen. Eine fachgerechte Prüfung hilft hier, Folgeschäden und kostspielige Sanierungen zu vermeiden.
Soforthilfe bei Hochwasser: REMONDIS Industrie Service steht deutschlandweit auf Abruf bereit, um Ölabscheider zu entleeren und zu reinigen. Auch nach einer Hochwasserlage sind wir für eine schnelle Wiederinbetriebnahme zur Stelle. Mehr zum Ölabscheiderservice erfahren
Im Akutfall: Richtig handeln bei Überlaufgefahr und ausgetretenem Öl
Wenn sich die Hochwasserlage zuspitzt und versäumt worden ist, den zuständigen Entsorgungsfachbetrieb mit der Entleerung und Reinigung zu beauftragen, sollte dieser trotzdem im Akutfall unbedingt kontaktiert werden. Dank einer deutschlandweiten Flotte von Saug-Druck-Tankfahrzeugen kann REMONDIS Industrie Service auch kurzfristig Abscheider leeren oder dabei helfen, die richtigen Sofortmaßnahmen einzuleiten.
Besteht akute Überlaufgefahr oder sind sogar bereits Leichtflüssigkeiten ausgetreten, muss unverzüglich die Feuerwehr alarmiert werden. Diese verfügt ebenso wie REMONDIS Industrie Service über spezielle Gefahrgutpumpen und Ölbindemittel. Wie ein solcher Einsatz in der Praxis aussehen kann, schildert die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Hauzenberg im Bayerischen Wald auf ihrer Website: Ein besorgter Mitarbeiter meldete der Feuerwehr, dass ein Ölabscheider auf dem Werksgelände überzulaufen drohte. Ausschlaggebend waren die angekündigten starken Niederschläge für die folgenden Tage und das Wochenende. „Die FF Stadt Hauzenberg hat einen Teil des Gemisches (ca. 650 Liter) aus dem Ölabscheider mit einer Spezialpumpe in bereitgestellte IBC-Behälter gepumpt. Ein Überlaufen über das Wochenende wurde so vermieden. Für die weitere fachgerechte Entsorgung beauftragte der Betreiber ein Spezialunternehmen”, berichtet das Team der Freiwilligen Feuerwehr Hauzenberg vom Einsatz.
Aus Kosten- und Umweltschutzgründen ist es jedoch immer besser, die Entleerung frühzeitig zu veranlassen. Muss die Feuerwehr einen Ölabscheider wegen drohender Überflutung oder eines bereits eingetretenen Schadens abpumpen, trägt die Einsatzkosten in der Regel der Betreiber der Anlage. Wenn die Gefahrensituation absehbar war und trotzdem keine rechtzeitigen Maßnahmen ergriffen wurden, können viele Landesfeuerwehrgesetze eine Kostenübernahme wegen grober Fahrlässigkeit vorsehen.
Kosten vermeiden durch präventive Maßnahmen bei hochwassergefährdeten Anlagen
Viele Schäden und die damit verbundenen Kosten, z. B. durch einen Feuerwehreinsatz, lassen sich nicht zuletzt durch bauliche Maßnahmen vermeiden, auf die unsere Tochtergesellschaft REMONDIS AS-CONTROL spezialisiert ist.
Grundlage für einen wirksamen Hochwasserschutz sind eine fachgerechte Bauplanung, eine korrekte Bemessung sowie ein professioneller Einbau nach den geltenden Gesetzen und Normen. Grundsätzlich gilt: Beim Einbau von Leichtflüssigkeitsabscheidern ist gemäß DIN EN 858-2 auf einen ausreichenden zulaufseitigen Höhenunterschied gegenüber dem Niveau der zu entwässernden Flächen zu achten. Darüber hinaus muss nach DIN 1999-100 ein entsprechender Höhenunterschied zur örtlichen Rückstauebene gewährleistet sein. Damit erhöhte Schachtabdeckungen die Nutzung von Verkehrsflächen nicht beeinträchtigen, können automatisch arbeitende Hebeanlagen eingesetzt werden.
Ob die vorhandenen Schutzmaßnahmen ausreichen, um bei Starkregen oder Rückstau den Austritt von Leichtflüssigkeiten zu verhindern, wird im Rahmen der alle fünf Jahre vorgeschriebenen Generalinspektion geprüft. REMONDIS AS-Control nimmt diese umfassende Abscheiderprüfung immer auch zum Anlass, den Hochwasserschutz zu überprüfen und bei Bedarf nachzurüsten.
Quellen:
- Anwaltauskunft.de: Wer trägt die Kosten für einen Feuerwehreinsatz? Link
- Bundesministerium der Verteidigung: Sicherheit gegen Austritt von Leichtflüssigkeit bei Rückstau. Link
- Freiwillige Feuerwehr Stadt Hauzenberg: Hauzenberg, Ölabscheider droht überzulaufen. Link
- Im Mittelstand: Ölabscheider und Starkregenereignisse. Link
- Regen.de: Informationsblatt für den Betrieb von Abscheidern für Leichtflüssigkeiten. Link
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