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REMONDIS Industrie Service bietet Lösungsansatz zur Reinigung von PFAS kontaminierten Tanks

15.05.2024

PFAS, die Abkürzung für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, bilden eine bemerkenswerte und zugleich beunruhigende Gruppe von menschengemachten Chemikalien. PFAS sind eigentlich Stoffe, die nicht in der Natur vorkommen und dennoch sind ihre Eigenschaften äußerst vielfältig und in zahlreichen Anwendungen unverzichtbar. Trotz ihrer Nützlichkeit stehen PFAS im Fokus für europäische Regulierungsbemühungen. Die EU hat Beschränkungen eingeführt, die insbesondere die Industrie vor Herausforderungen stellt. Eine aktuelle industrielle Schwierigkeit betrifft die Umstellung auf PFAS-freie Löschtechnologien. Insbesondere Tanks, die zuvor mit PFAS-haltigem Löschschaum befüllt waren, sind oft kontaminiert, was das Risiko einer erneuten Verunreinigung von PFAS-freiem Löschschaum birgt. In diesem Zusammenhang bietet REMONDIS Industrie Service eine innovative Lösung mit einem effektiven und nachhaltigen Reinigungsverfahren für PFAS-kontaminierte Löschsysteme an. 


PFAS: Ihre Rolle in der Industrie, Anwendungen und Einsatzbereiche.

PFAS umfassen mehr als 10.000 verschiedene Chemikalien, die sowohl fest, flüssig als auch gasförmig sein können. Sie bestehen aus künstlich-organischen Verbindungen, bei denen Wasserstoffatome ganz oder teilweise durch Fluratome ersetzt wurden. Diese Struktur verleiht den Verbindungen eine außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit, was zu einer hohen Persistenz führt. Daher können sie nicht in der Natur abgebaut werden, weder durch natürliche Prozesse, wie Wasser, Luft, Licht noch durch Mikroorganismen. PFAS sind aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften wie Nichtbrennbarkeit oder Wasser- und Fettabweisung in vielen Bereichen unverzichtbar. Festes PFAS, auch als Fluorpolymere bekannt, wird zur Beschichtung von Oberflächen verwendet, während flüssige oder seifenartige PFAS, als Fluortenside bezeichnet, in zahlreichen Imprägnierungen enthalten sind. Darüber hinaus werden gasförmige PFAS, auch als F-Gase bekannt, als Kältemittel in Kühlschränken oder Wärmepumpen eingesetzt. In der Industrie finden PFAS-Verwendung in Bereichen wie Elektromobilität, Chipproduktion, 5G-Technologie und Brennstoffzellen. Im Alltag begegnen uns PFAS in Gegenständen wie Möbeln, Textilien und vielen Kunststoffen.

Aufgrund ihrer hohen Persistenz und möglichen negativen Umweltauswirkungen und Gesundheitsrisiken, gibt es ein steigendes Bewusstsein. Um den Einsatz von PFAS zu regulieren wurde eine Reihe von gesetzlichen Schritten unternommen. Dazu gehören unter anderem das PFOS-Verwendungsverbot im Jahr 2006, das PFOS-Herstellungsverbot im Jahr 2020, die Einführung erster Lebensmittel-Grenzwerte im Jahr 2008, welche 2023 verschärft wurde, sowie die EU-Trinkwasserverordnung von 2023, die das Verbot von PFNA, PFDA, PFUnDA, PFStDA und PFSeDA vorsieht und strengere Grenzwerte für Lebensmittel festlegt. 
 

PFAS-Verbot in Löschschaum: Auswirkungen auf Unternehmen und Lösungsansätze

Bei der Bekämpfung von Bränden in Industrieanlagen oder Flughäfen spielte die Verwendung von PFAS in Löschschaum eine wichtige Rolle. Aufgrund ihrer Eigenschaft wie Nichtbrennbarkeit und hoher Stabilität macht es sie äußerst effektiv bei der Löschung von Bränden mit brennbaren Flüssigkeiten oder Chemikalien. Dennoch hat die EU und viele weitere Behörden Maßnahmen ergriffen, um den Einsatz von PFAS einzuschränken – und unteranderem auch in Löschschäumen.
 

Seit dem 04.05.2020 ist die Herstellung und der Verkehr von PFOS (Perfluoroktansulfonsäure), PFOA (Perfluoroctansäure) und deren Vorläuferstoffe in der EU untersagt. Gemische oder Erzeugnisse der PFOA dürfen seitdem höchstens 25 ppb (µg/kg), PFOS insgesamt höchstens 1.000 ppb (µg/kg) und derer Vorläuferstoffe enthalten. Für Industrieunternehmen, die Löschschaum verwenden, bedeutet dies, dass sie möglicherweise ihre Prozesse und Ausrüstungen anpassen müssen, um den neuen Vorschriften gerecht zu werden. So müssen Lagervorräte in Löschanlagen, die die Grenzwerte nicht einhalten, mit neuem Schaumlöschmitteln aufgefüllt werden – und das spätestens seit dem 01.01.2023 bzw. ab dem 05.06.2025, wenn eine vollständige Löschwasserrückhaltung gewährleistet ist. 
 

Herausforderung bei der Lagerinfrastruktur – Maßnahmen gegen PFAS-Kontaminationen

Nicht nur die Umstellung auf PFAS-freie Löschtechnologien stellt eine Herausforderung für die Industrie und für Unternehmen dar. Sondern auch die Lagerinfrastruktur, insbesondere für die Tanks, in denen der Löschschaum gelagert wird bzw. wurde, könnten potenziell kontaminiert sein. Es besteht also die Gefahr, dass sich PFAS in den Tankwänden abgelagert haben und somit neue Löschmittel, die in den Tanks gelagert werden, erneut mit PFAS angereichert werden könnten.

Dies bedeutet, dass nicht nur die Löschmittel selbst, sondern auch die Lagerinfrastruktur überprüft und gegebenenfalls erneut werden müssen, um eine Kontamination des neuen Mittels zu vermeiden. Denn gemäß den Anforderungen der EU-Verordnung 2017/1000 müssen alle fluorhaltigen Schaummittel ausgetauscht und die Tanks gereinigt oder ebenfalls ausgetauscht werden, wenn die Kontamination des neuen Löschschaummittelkonzentrats durch Rückstände von PFOS (oder PFOA) aus dem vorherigen Produkt, die zulässige Höchstgrenze überschreitet. Dies unterstreicht die Bedeutung einer umfassenden Überprüfung und gegebenenfalls Erneuerung der Lagerinfrastruktur. Um sicherzustellen, dass die Umstellung auf PFAS-freie Löschtechnologien reibungslos und effektiv verläuft und die Umwelt- und Gesundheitsrisiken minimiert werden, ist dieses Vorgehen unerlässlich. 
 

Effektive PFAS-Entfernungstechnologie für Löschanlagen: Innovative Methode von REMONDIS Industrie Service

REMONDIS Industrie Service kann seit kurzem im Partner-Verbund eine innovative Methode anbieten, um mit PFAS kontaminierte Löschsysteme effektiv zu reinigen. Der von REMONDIS Industrie Service verwendete „PFAS-Entferner“ basiert auf Chlordioxid  und ist in der Lage, PFAS chemisch zu spalten, wodurch sie dauerhaft aus dem Kreislauf entfernt werden können.

Vorteile dieser industriellen Reinigung sind vielfältig: Es handelt sich um eine kostengünstige Technologie, die weniger Abwasser erzeugt und die Möglichkeit bietet, bestehende Anlagen und Tanks zu sanieren, statt sie auszutauschen. Das Verfahren ist sicher und speziell entwickelt, damit es sowohl für Betreiber als auch für die Umwelt unbedenklich ist. Zudem ist es nachhaltig, da die verwendete Reinigungslösung als nicht gefährlicher Abfall eingestuft wird und die Rückstände aus dem Reinigungsmittel in Salz und Wasser umgewandelt werden können. 

Bei der Tankreinigung wird zunächst der Löschmitteltank geleert und ein Reinigungsmittel zur Tenside-Zerstörung - quasi ein Entschäumungsmittel - eingefüllt. Nach einer gewissen Einwirkzeit erfolgen zwei Spülungen, bei denen der Tank mit dem Reinigungsmittel befüllt und unter Berücksichtigung der Reaktionszeit geleert wird. Abschließend kann die ausgeragierte Lösung per Spezialfilter gefiltert und entsorgt werden.
 

Nachhaltige PFAS-Reinigungslösung für Industrie, Luftfahrt und mehr

Das Reinigungsmittel bietet vielseitige Anwendungsmöglichkeiten und kann in einer Vielzahl von Branchen und Einrichtungen eingesetzt werden, um PFAS-Kontaminationen effektiv zu beseitigen. Industrielle Anlagen wie Löschsysteme, Auffangbecken, Tanks und Rohrleitungen sind potenzielle Einsatzbereiche, an denen der PFAS-Entferner eingesetzt werden kann. Zusätzlich können Flughäfen und Militärbasen, wo Löschschaum zur Brandbekämpfung gelagert oder verwendet wurde, Anwendungsgebiete sein. Auch Standorte in der chemischen Industrie, bei denen PFAS bei der Herstellung und Verarbeitung von Chemikalien freigesetzt werden, profitieren von der Anwendung des Oxidationsmittels. Selbst handelsübliche Feuerlöscher könnten durch die Behandlung mit dem Reinigungsmittel wieder einsatzfähig gemacht werden. Insgesamt bietet das Oxidationsmittel eine nachhaltige Lösung, um PFAS-Kontaminationen zu bewältigen und die Umweltbelastung zu reduzieren und kann somit in einer Vielzahl von Branchen und Einrichtungen Relevanz finden.

Sie haben Fragen oder möchten mehr über die effektive Reinigungstechnologien für PFAS-Kontaminationen erfahren? Das kompetente REMONDIS Industrie Service steht Ihnen gerne beratend zur Verfügung. 

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Quellen:

  • ARD Wissen: PFAS - Gift für die Ewigkeit l Wie abhängig sind wir? Link
  • BMUV: Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFAS). Link
  • LANUV NRW. Bericht Beurteilung PFAS in Fischen genehmigt. Link
  • LANUV NRW: PFAS. Link
  • Umwelt Online: Verordnung (EU) 2017/100 der Kommission vom 13. Juni 2017. Link

Bildnachweis: REMONDIS


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