Abfall-Beispiele oder -Herkunft
Abfallarten – Entsorgung gefährlicher Abfälle
Schwarzmasse richtig recyceln
Andere Bezeichnungen: schwarze Masse, Aktivmaterialkonzentrat
Bei der Rückgewinnung strategischer Rohstoffe aus alten Lithium-Ionen-Akkus spielt die sogenannte Schwarzmasse eine zentrale Rolle. In ihr befinden sich wertvolle Metalle wie Lithium, Kobalt, Nickel und Mangan. Da sie zugleich jedoch auch diverse Chemikalien enthält, gilt das Zwischenprodukt aus dem Batterierecycling als gefährlicher Abfall. Dieser stellt nicht nur hohe Anforderungen an Lagerung und Transport, sondern erfordert auch in der Weiterbehandlung zur Extraktion der Metalle besonderes Know-how. Ein sorgsames Recycling dieser Ressourcen ist die Grundlage für die Unabhängigkeit der Europäischen Union von außergemeinschaftlichen Lieferketten.
- Kreislaufwirtschaft: Mechanische Bearbeitung alter Lithium-Ionen-Akkus
Abfallschlüsselnummer(n)
Schwarzmasse wird seit 2025 als gefährlicher Abfall geführt:
- 191003* – Schredderleichtfraktionen und Staub, die gefährliche Stoffe enthalten
- 191005* – andere Fraktionen, die gefährliche Stoffe enthalten
- 191402* – Zwischenfraktion aus der thermischen und/oder mechanischen Behandlung von Lithium-Altbatterien und Abfällen aus der Herstellung von Lithium-Batterien, die eine Mischung aus Elektrodenmaterialien enthält (nach neuer AVV voraussichtlich ab November 2026)
Schwarzmasse als Rohstoff: Die Einstufung von Schwarzmasse als gefährlicher Abfall ist aus stofflicher Sicht durchaus berechtigt, hat aber auch einen wirtschaftspolitischen Hintergrund. Gefährlicher Abfall aus der EU darf nicht außerhalb der OECD-Staaten verbracht werden. Damit sind Exporte von Schwarzmasse etwa nach China oder in andere asiatische Länder nicht mehr zulässig. Die EU will sich so strategische Rohstoffe sichern, um sich in der Batterieproduktion unabhängiger von Zulieferern aus Drittstaaten zu machen.
Schwarzmasse zu Recyclingrohstoffen verarbeiten
Lithium-Ionen-Akkus sind die wichtigste Energiequelle für nahezu alle mobilen Elektrogeräte – vom Smartphone bis zum Elektrofahrzeug. Ausgediente Akkus können dem Recycling zugeführt werden. Bei größeren Modulen beginnt der Prozess mit dem auch von REMONDIS Industrie Service eingesetzten Dismantling-Verfahren. Hierbei wird das Gehäuse geöffnet, um Komponenten wie Verkabelungen oder Kühlsysteme zu entnehmen.
Im Anschluss erfolgt die mechanische Aufbereitung: Die Batteriebestandteile werden geschreddert. Es entsteht ein Gemisch aus Folien (Kupfer und Aluminium), Gehäusefragmenten, Separatoren, Aktivmaterial-Partikeln und Graphit. In weiteren Verfahren (u. a. durch Siebung, Magnetabscheidung) werden die verschiedenen Fraktionen voneinander getrennt. Eine davon ist ein Pulver aus Graphit, Metalloxiden, Elektrolyt-Rückständen und Binderesten – die Schwarzmasse. Daraus lassen sich schließlich wertvolle Metalle extrahieren und für die Batterieindustrie zurückgewinnen.
Wo kann man Schwarzmasse aus dem Haushalt entsorgen?
- Privatpersonen sollten unter keinen Umständen versuchen, Schwarzmasse herzustellen (Explosionsgefahr!)
- Alte Lithium-Ionen-Akkus über Sammelstellen entsorgen: Handel, Wertstoffhof, Schadstoffmobil
REMONDIS Industrie Service führt Lithium-Ionen-Akkus und andere Akku-Arten dem Dismantling zu – dem ersten von vielen Schritte für eine Second-Life-Nutzung oder Recycling.
Schwarzmasse richtig recyceln: Weitere Informationen
Bildnachweis: RHJ, Adobe Stock
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