Abfall-Beispiele oder -Herkunft
Abfallarten – Entsorgung gefährlicher Abfälle
Sickerwässer sicher entsorgen
Andere Bezeichnungen: Sickerwasser, Deponiesickerwasser/-wässer, Sickerwasser aus Abfalldeponien, (belastetete) Deponiewässer, Deponat
Wenn Niederschlagswasser (oder auch Eigenfeuchte) durch Abfälle auf Deponien sickert, nimmt es (wasserlösliche) Stoffe auf. Dabei entstehen sogenannte Sickerwässer. Je nach Zusammensetzung der deponierten Abfälle können diese Wässer unter anderem organische Verbindungen, Schwermetalle, Stickstoffverbindungen oder langlebige Chemikalien wie PFAS enthalten. Wegen dieser möglichen Schadstoffbelastungen sind Sickerwässer in der Regel als gefährlicher Abfall einzustufen. Um Böden, Grundwasser und Oberflächengewässer zuverlässig zu schützen, müssen sie daher gesammelt und gegebenenfalls in Spezialverfahren behandelt werden, bevor sie in kommunale Kläranlagen oder in Gewässer eingeleitet werden dürfen.
- Siedlungsabfalldeponien (DK I/II): Deponiesickerwasser aus Deponien für Hausmüll und vorbehandelte Siedlungsabfälle
- Deponien für mineralische Abfälle (DK 0): Sickerwasser aus Deponien für Bauschutt, Bodenaushub und andere mineralische Abfälle
- Deponien für gefährliche Abfälle (DK III): Sickerwasser aus Deponien für industrielle Reststoffe und Sonderabfälle
- Altdeponien und Altablagerungen: Sickerwasser aus stillgelegten oder historischen Deponien mit unbekannter oder heterogener Abfallzusammensetzung
- Abfallbehandlungsanlagen und Deponieinfrastruktur: Drainage- und Sammelwässer aus Deponiesickerwasserleitungen, Sickerwasserbecken sowie aus Anlagen zur Abfallbehandlung oder Deponiewasserbehandlung
Abfallschlüsselnummer(n)
Sickerwässer gelten häufig als gefährlicher Abfall und müssen entsprechend gesammelt und behandelt werden:
- 190702* – Deponiesickerwasser, das gefährliche Stoffe enthält
- 190703 – Deponiesickerwasser mit Ausnahme desjenigen, das unter 190702 fällt
Achtung bei erhöhter Leitfähigkeit: Um die Wasserqualität von Sickerwässern zu prüfen, wird unter anderem deren elektrische Leitfähigkeit gemessen. Der Grund: Diese hängt vom Salzgehalt ab. Stoffe wie Chlorid, Sulfat, Ammonium, Natrium, Kalium, Calcium oder Magnesium machen Wasser leitfähiger. Leitet das untersuchte Sickerwasser also besonders gut elektrischen Strom, ist das also ein Hinweis darauf, dass es auch besonders schadstoffbelastet ist.
Deponiesickerwässer korrekt entsorgen
Deponiesickerwässer können je nach Herkunft eine Vielzahl gelöster Schadstoffe enthalten, darunter biologisch schwer abbaubare organische Verbindungen wie PAK, Stickstoffverbindungen, Salze, Schwermetalle oder auch PFAS. Für Deponiebetreiber stellt die korrekte Aufbereitung dieser kontaminierten Wässer daher eine anspruchsvolle Aufgabe dar. REMONDIS Industrie Service unterstützt Kommunen und andere Deponiebetreiber mit umfassenden Lösungen für den Umgang mit Deponiesickerwasser – von der Analytik und Bewertung über Sammlung und Transport bis zur geeigneten Behandlung und Entsorgung.
Da Sickerwässer zu den am schwierigsten aufzubereitenden Abfallarten zählen, erfordert ihre Behandlung besonderes Know-how und spezielle Techniken. Bei REMONDIS Industrie Service werden in verschiedenen Spezialverfahren Schadstoffe erfolgreich aus dem Wasser entfernt, so dass dieses anschließend wieder sicher in die Kanalisation oder Gewässer eingeleitet werden kann. Abgeschiedene Stoffe (einschließlich PFAS) werden im Rahmen einer thermischen Behandlung beseitigt.
Mit Hilfe hochmoderner Spezialverfahren bereitet REMONDIS Industrie Service selbst stark belastete Deponiesickerwässer wieder auf und verhindert so Schadstoffeinträge in die Umwelt. Jetzt beraten lassen
Weiterführende Informationen zur Entsorgung von Deponiesickerwasser
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