Ob Fahrzeuge, Anlagen oder Behälter: „Wann immer es möglich ist, reparieren wir selbst.“
24.03.2026
Wo Anlagen rund um die Uhr Abfälle recyceln oder verwerten und Fahrzeuge, Stapler oder Hubwagen täglich Behälter bewegen, braucht es fähige Techniker, Mechaniker und Allrounder. Sie warten und prüfen die Technik regelmäßig, damit alle Prozesse verlässlich vonstattengehen. Sie halten die Anlagen instand und führen Reparaturen durch. Bei REMONDIS Industrie Service betreibt deshalb in vielen Niederlassungen eigene Werkstätten mit eigenem Fachpersonal. In Melle ist eine davon, die von Ralf Hellmann geleitet wird. Warum die Arbeit dort für Mechanikerinnen und Mechaniker jeden Tag aufs Neue spannend ist, weiß der Betriebsleiter aus eigener Erfahrung.
Kfz-Mechaniker, Technikerin und Schlosser für die Abfallwirtschaft
Ralf Hellmann gehört zu den REMONDIS-Urgesteinen, die ihren Standort und alle Arbeitsbereiche in- und auswendig kennen. Der Kraftverkehrsmeister, Kfz-Meister, Ausbilder und Betriebsleiter von Melle ist seit über 30 Jahren dabei. Er hält alle technischen Prozesse am Laufen und ist insbesondere bei Reparaturen und Wartungen involviert. „In meinen ersten Berufsjahren hier konnte man an den Fahrzeugen noch deutlich mehr selbst reparieren als heute, wo viel mehr Elektronik verbaut ist“, sagt er im Rückblick. „Unsere Schlosser und Mechaniker reparieren heute nach wie vor, was möglich ist, haben aber darüber hinaus auch noch vielfältige andere Aufgaben. Sie übernehmen Reparaturen an den verschiedenen Entsorgungsfahrzeugen, an Staplern und Hubwagen – etwa das Wechseln geplatzter Hydraulikschläuche oder von Reifen. Sie unterstützen die Kollegen an unseren Anlagen, zum Beispiel bei der Instandsetzung von Pumpen. Umgekehrt hilft das Anlagenteam auch mal bei Fragen aus der Werkstatt – wir sind quasi ein großes Team“, freut sich Hellmann. „Gerade Saug-Druck-Tankwagen sind technisch anspruchsvoll, weil sie mit Vakuumpumpen und Hochdruckpumpen ausgestattet und täglich im Einsatz sind. Es ist normal, dass da immer mal etwas kaputtgeht.“
Erst vor Kurzem hat ein neuer Schlosser in der Werkstatt in Melle angefangen – und sich ganz bewusst für eine Werkstatt in der Abfallwirtschaft entschieden. „In seiner vorherigen Werkstatt hat er ausschließlich Inspektionen an immer gleichen Fahrzeugen durchgeführt – jeden Tag die gleichen Abläufe und auf Dauer doch etwas stupide“, erklärt Ralf Hellmann. „Bei uns ist das anders: Durch die unterschiedlichen Aufbauten und die Vielzahl an Fahrzeugen, unsere Maschinen und das Zwischenlager gibt es jeden Tag neue Aufgaben. Hier ist kein Tag wie der andere. Die Abwechslung bei uns war für ihn nach vielen Jahren der Grund, zu uns zu wechseln.“
Werkstattausstattung und Austausch mit anderen Standorten
Die Werkstätten von REMONDIS Industrie Service unterscheiden sich kaum von Lkw-Werkstätten:
„Wir haben eine Fahrzeuggrube für Lkw, eine Pkw-Hebebühne, Reifenumziehmaschinen und vieles mehr. Dadurch können wir viele Arbeiten selbst erledigen. Die Aufbauten der LKW, insbesondere die mechanischen Verschleißteile, reparieren wir direkt hier vor Ort. Natürlich gibt es auch Arbeiten, die wir zum Hersteller geben müssen. Immer wenn Reparaturen anstehen, schauen wir uns das gemeinsam an und entscheiden, was wir selbst übernehmen können und was wir an Fremdfirmen geben.“
erklärt Ralf Hellmann.
Bei fachlichen Fragen helfen sich die Werkstätten der REMONDIS-Familie untereinander. „Wir stehen im engen Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen in der Werkstatt im rund 50 Kilometer entfernten Bramsche, etwa bei der Ersatzteilbeschaffung“, so Hellmann. „Dort ist die Werkstatt größer aufgestellt. Sie reparieren vor allem Container, Anlagen, Krane und Bagger. Auch mit unserer Hauptverwaltung in Lünen bin ich im Austausch, wenn es um die Konfiguration und Einweisung neuer Saug-Druck-Tankfahrzeuge geht.“
Prüfung und Wartung von Fahrzeugen und Behältern
Neben Reparaturen führen Hellmann und sein Team in Melle auch die vorgeschriebenen Wartungsarbeiten durch. „Wir prüfen unsere Fahrzeuge gemäß den Gefahrgut-Vorschriften. Dazu gehört die regelmäßige Tank- und Kesselprüfung zum Erhalt der ADR-Bescheinigung / Abnahme gemäß GGVSEB”.
„Wir führen wie der Standort Bramsche auch die Inspektionen für unsere AS-Behälter durch. Das heißt: Wir prüfen die ASP-Behälter für feste Sonderabfälle und ASF-Behälter für flüssige Sonderabfälle, die wir bei den Kunden aufstellen. Das Ganze ist aufgehängt bei der BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung mit Sitz in Berlin. Wir nehmen also an den regelmäßigen Lehrgängen bei der BAM in Berlin teil, wo Audits stattfinden, um sicherzustellen, dass wir alle Prüfschritte korrekt durchführen”, erklärt Ralf Hellmann.
Die ASP- und ASF-Behälter werden mit Überdruck auf Dichtheit geprüft. Sind sie dicht, dürfen sie bis zur nächsten Prüfung weiter genutzt werden. Kleinere Reparaturen wie der Austausch der Dichtungen oder Arbeiten am Überdruckventil können in Melle erledigt werden. Danach kann die Prüfung wiederholt werden. Größere Arbeiten wie Schweißerarbeiten muss der Hersteller übernehmen.
Werkstatt für Zwischenprüfung der Berufskraftfahrer-Azubis
Die standorteigenen Werkstätten werden nicht zuletzt für die Nachwuchsausbildung gebraucht und genutzt: „Die Ausbildung zur Berufskraftfahrerin bzw. zum Berufskraftfahrer beinhaltet auch, dass sich unsere Azubis von technischer Seite aus mit dem Fahrzeug auskennen: Bremssysteme, Anhänger-Bremsventil und lastabhängiges Ventil usw. Um das zu verstehen, braucht man Praxiserfahrung. Und dafür muss man mit den Azubis auch mal in die Grube, unters Fahrzeug gehen und sich das genau anschauen. Das prägt sich dann mehr ein, als wenn man das immer nur theoretisch durchgeht”, weiß Hellmann.
„Aktuell haben wir vier Berufskraftfahrer-Auszubildende, mit denen ich auch vor Ort praktische Sachen übe. Dazu gehört zum Beispiel das Rückwärtsfahren mit einem Lkw”, erzählt Hellmann weiter. Auf Wunsch und bei Bedarf können sie auch das Bedienen von Flurförderfahrzeugen wie Bagger und Radlader erlernen.
„Letztes Jahr haben wir hier in unserer Werkstatt sogar den praktischen Teil der Zwischenprüfung absolviert. Dafür mussten wir einiges vorbereiten. Das hat die Berufsschule dankend angenommen und das wiederholen wir auch in diesem Jahr”, ergänzt Hellmann.
Auch nach 33 Jahren: „Ich fahre hier jeden Tag gern hin.”
Hellmann ist es ein persönliches Anliegen, sein Praxiswissen aus über 30 Berufsjahren an die nächste Generation weiterzugeben und sie für die vielen Berufe im Bereich Werkstatt und Handwerk zu begeistern: „Nach 33 Jahren fahre ich immer noch gern zur Arbeit. Kein Tag läuft gleich ab – Abwechslung gehört einfach immer dazu. Und wenn Kollegen mal Unterstützung brauchen, fahre ich auch mal eine Entsorgungstour. Genau das macht die Arbeit so spannend.”
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Bildnachweis: REMONDIS