Abfall-Beispiele oder -Herkunft
Abfallarten – Entsorgung gefährlicher Abfälle
Quecksilber: Belastete Abfälle richtig entsorgen
Andere Bezeichnungen: Hydrargyrum, Hg, Quecksilber-Abfall, quecksilberhaltige Abfälle, Quecksilbermetall
Quecksilber wurde trotz seiner hohen Toxizität spätestens seit der Antike bis ins 20. Jahrhundert als Heilmittel gegen vielfältigste Leiden eingesetzt. Heute ist der Problemstoff vor allem aus dem zahnmedizinischen Gebrauch in Amalgam-Füllungen, alten Gasentladungslampen (z. B. Energiesparlampen), Messinstrumenten wie Thermometern und Barometern, Katalysatoren oder Batterien bekannt. Das giftige Schwermetall ist zwingend als Sonderabfall zu entsorgen. Mit entsprechenden Verfahren lässt es sich jedoch zu 99,99999 Prozent zurückgewinnen und die Umwelt vor schädlichen Quecksilbereinträgen schützen.
- Zahnmedizin: Amalgamfüllungen
- Messinstrumente: Fieberthermometer und andere Thermometer, Manometer, Barometer, Blutdruckmessgeräte
- Haushalt: Batterien, Knopfzellen, Gefriertruhen (Lichtschalter mit Quecksilberschalter)
- Leuchtmittel: Energiesparlampen, Leuchtstoffröhren
- Chemieindustrie: Chloralkali-Elektrolyse-Verfahren u. a.
- Labore: analytische Instrumente (z. B. Massenspektrometer), chemische Synthese
Abfallschlüsselnummer(n)
Quecksilber und quecksilberhaltige Abfälle gehören zu den gefährlichen Abfällen:
- 050701* – quecksilberhaltige Abfälle aus Erdgasreinigung und -transport
- 060404* – quecksilberhaltige Abfälle (metallhaltige Abfälle)
- 060703* – quecksilberhaltige Bariumsulfatschlämme
- 101401* – quecksilberhaltige Abfälle aus der Gasreinigung (Abfälle aus Krematorien)
- 160108* – quecksilberhaltige Bestandteile (Abfälle aus der Demontage von Altfahrzeugen sowie der Fahrzeugwartung)
- 160603* – Batterien, die Quecksilber enthalten
- 170901* – Bau- und Abbruchabfälle, die Quecksilber enthalten
- 180110* – Amalgamabfälle aus der Zahnmedizin
- 200121* – Leuchtstoffröhren und andere quecksilberhaltige Abfälle
Die Zusammensetzung von Dentalamalgam hat sich seit seiner ersten Beschreibung im antiken China kaum verändert: Amalgamfüllungen bestehen bis heute aus einer Mischung aus Quecksilber und Feilspänen, einer Legierung aus Silber, Zinn und Kupfer. Ab 2025 dürfen jedoch in der EU aufgrund eines weitgehenden Quecksilberverbots keine Zahnfüllungen mit Amalgam mehr hergestellt werden. Es gibt jedoch Ausnahmen, zum Beispiel wenn eine Füllung aufgrund der medizinischen Bedürfnisse des Patienten erforderlich ist.
Quecksilber aus Laboren und Chemieindustrie sicher entsorgen
Die Verwendung von Quecksilber ist in der EU mittlerweile streng reglementiert. Verbote des Schwermetalls werden 2025 (amalgamhaltige Zahnfüllungen) sowie 2026 und 2028 (bestimmte Lampen) zusätzlich ausgeweitet. In der Chemieindustrie und in Laboren ist das Schwermetall aufgrund seiner besonderen chemischen Eigenschaften jedoch weiter gefragt. Hier wird es beispielsweise als Katalysator oder Ausgangsmaterial bei der Synthese von anorganischen und organischen Verbindungen oder in chemischen bzw. elektrochemischen Analyseverfahren verwendet. Für die sichere Abholung, einen ADR-konformen Transport sowie eine umweltgerechte Beseitigung quecksilberhaltiger Abfälle bietet REMONDIS Industrie Service einen umfassenden Service. REMONDIS QR recycelt das Quecksilber aus Abfällen zu 99,99999 Prozent.
Wo kann man quecksilberhaltige Abfälle aus dem Haushalt entsorgen?
- Quecksilberhaltige Messgeräte (z. B. Thermometer), Leuchtstoffmittel, Batterien etc. unter keinen Umständen im Restmüll entsorgen. Es drohen hochgiftige Einträge in die Umwelt und den Nahrungskreislauf
- Sammelstellen nutzen: Recyclinghof, Wertstoffhof, Schadstoffmobil, Altbatterien-Sammelboxen (z. B. im Baumarkt, in der Drogerie oder im Elektromarkt)
Sicherheit durch Recycling: Dank modernster Recyclingverfahren kann Quecksilber zu 99,99999 Prozent zurückgewonnen werden. Mehr erfahren
Entsorgen von Quecksilber: Weitere Informationen
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