Abfall-Beispiele oder -Herkunft
Abfallarten – Entsorgung gefährlicher Abfälle
Laborchemikalien: Chemikalien aus Analyse und Forschung sicher entsorgen
Andere Bezeichnungen: Chemikalien aus Laboren, Laborreagenzien, Forschungschemikalien, analytische Reagenzien
In chemischen, biologischen oder analytischen Laboren kommen täglich unterschiedlichste Chemikalien zu verschiedensten Zwecken zum Einsatz. Das Spektrum reicht von anorganischen Stoffen wie Salzsäure oder Kaliumpermanganat über organische Lösemittel wie Aceton oder Ethanol bis zu Puffern und Reagenzien wie PBS (Phosphatpuffer) oder EDTA (Ethylendiamintetraacetat). Gleichsam werden bei der Arbeit mit Laborchemikalien regelmäßig weitere Stoffe gelöst oder es entstehen neue chemische Verbindungen. Bei all diesen Tätigkeiten fallen Chemikalienreste als gefährlicher Abfall an. Da ein erheblicher Teil davon aus Gefahrstoffen mit ätzenden, entzündlichen, explosiven, gesundheits- oder umweltgefährdenden Eigenschaften besteht oder solche enthält, sind diese Sonderabfälle nur unter Einhaltung höchster Sicherheitsstandards zu lagern, transportieren und zu entsorgen.
- Organische Lösemittel aus Extraktion, Chromatographie und Reinigungen: z. B. Aceton, Dichlormethan, Hexan, Ethylacetat, Toluol
- Anorganische Säuren und Laugen aus pH-Einstellung und Neutralisation: z. B. Salzsäure, Schwefelsäure, Natronlauge, Ammoniaklösung
- Analyseverfahren, Elektrochemie, Katalysatoren: z. B. Quecksilber, Blei, Chrom, Cadmium
Abfallschlüsselnummer(n)
Laborchemikalien gelten in aller Regel als gefährlicher Abfall und müssen entsprechend gesammelt und entsorgt werden:
- 160506* – Laborchemikalien, die aus gefährlichen Stoffen bestehen oder solche enthalten, einschließlich Gemische von Laborchemikalien
- 180106* – Chemikalien, die aus gefährlichen Stoffen bestehen oder solche enthalten
Von Flugzeugen fernhalten: Quecksilber wird häufig in Analyseverfahren verwendet, darf aber praktisch nicht über den Luftweg transportiert werden. Der Grund: Das Schwermetall reagiert zersetzend mit der schützenden Oxidschicht von Aluminium und kann somit Flugzeugen zum Verhängnis werden. Auf Flughäfen und Flugplätzen ist Quecksilber daher nicht erlaubt.
Laborchemikalien aus Analyse- und Forschungslaboren sicher entsorgen
Egal, ob in Analyseverfahren oder in der Forschung – ein Großteil der in Labors verwendeten Chemikalien sind gefährliche Stoffe, deren Handhabung besondere Sicherheitsmaßnahmen erfordert. Das Gleiche gilt folglich auch für Abfälle aus Laborchemikalien. REMONDIS Industrie Service bietet einen umfassenden Entsorgungsservice, beginnend mit der sicheren Lagerung der Gefahrstoffe nach TRGS 510. Hierfür erhalten Labore unter anderem geeignete Spezialbehälter für unterschiedlichste, teils hochreaktive Gefahrstoffe bzw. gefährliche Abfälle wie Fluorwasserstoff, Hydrazin oder Pikrinsäure. Die Abholung erfolgt ADR-konform durch speziell geschultes Personal. Die übergebenen Chemikalien werden anschließend in einer zertifizierten Sonderabfallverbrennungs- oder CP-Anlage verwertet oder beseitigt.
Chemische Stoffe aus der Forschung erfordern höchste Sicherheit bei der Sammlung und Entsorgung. REMONDIS Industrie Service bietet für jede noch so seltene Chemikalie eine rechtskonforme und sichere Entsorgungslösung. Kontakt aufnehmen
Umgang mit Chemikalien im Haushalt
Da Privathaushalte (wenn überhaupt) nur in den seltensten Fällen über ein Labor verfügen, dürften auch Laborchemikalien lediglich in extrem begrenztem Maße im privaten Kontext vorkommen. Privatpersonen, die dennoch gefährliche Chemikalien zu entsorgen haben, können dies über die entsprechenden Schadstoffannahmestellen, Schadstoffmobile oder kommunale Wertstoffhöfe tun.
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