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Wenn aus Containern Sonderabfälle werden: Gefährliche Fracht im Hamburger Hafen

09.04.2026

Der Hamburger Hafen ist nicht nur ein logistisches Drehkreuz für den internationalen Warenverkehr, sondern auch ein Knotenpunkt für den Umgang mit gefährlichen Stoffen. Tagtäglich werden hier tausende Container umgeschlagen oder für den Weitertransport vorbereitet – darunter auch eine Vielzahl mit gefährlicher Fracht. Kommt es zu Beschädigungen, Undichtigkeiten oder unklaren Ladungen, entsteht aus regulärer Ware schnell ein komplexer Fall im Umgang mit Sonderabfällen.

Welche Herausforderungen damit im Hafen-Alltag verbunden sind und wie mit solchen Situationen umgegangen wird, erläutert Jörg Scheurer, Geschäftsführung der Hamburger Abfallservice. Als Tochterunternehmen der REMONDIS Industrie Service, steht der Hamburger Abfallservice seinen Kunden als zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb mit langjähriger Erfahrung zur Seite – aus Hamburg, für Hamburg und mit tiefer regionaler Verankerung im Hafen- und Industrieumfeld. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Sonderabfall- und Havariemanagement – insbesondere dann, wenn im Hafen eine schnelle und rechtssichere Lösung gefragt ist.


Jede Havarie ist ein Einzelfall

„Keine Schiffsfracht gleicht der anderen und keine Bergung verläuft nach Schema F“, beschreibt Jörg Scheurer die Realität im Hamburger Hafen. Was auf dem Papier als klar deklarierte Gefahrgutladung erscheint, stellt sich vor Ort häufig deutlich komplexer dar. Beschädigte Container, verformte Gebinde oder unerwartete chemische Reaktionen erfordern situatives Handeln und langjährige Erfahrung.

Entsprechend vielfältig sind die Situationen, mit denen die Einsatzteams im Hafen konfrontiert werden. Daher kommen dabei auch unterschiedlichste Gebinde- und Behältersysteme zum Einsatz – darunter ASP- und ASF-Behälter, IBC-Container, Big Bags sowie Spannringfässer oder weitere Transportgebinde. Die enthaltenen Stoffe stammen überwiegend aus den Gefahrgutklassen 2 bis 6, 8 und 9. Das heißt von entzündlichen Lösemitteln (Klasse 3) über giftige Stoffe (Klasse 6) bis hin zu ätzenden Substanzen (Klasse 8).

„Gerade am Hafen treffen Zeitdruck, hohe Sicherheitsanforderungen und komplexe Stoffeigenschaften aufeinander. Hier zeigt sich, wie entscheidend eingespielte Prozesse und Fachwissen sind. Für uns bedeutet das: flexible Einsatzkonzepte, erfahrene und ausgebildete Fachkräfte und eine enge Abstimmung mit allen Beteiligten“, so Scheurer.

Grundsätzlich existiert für jede Substanz ein Sicherheitsdatenblatt (Safety Data Sheet), das Informationen zur Einstufung, zu Gefahreneigenschaften sowie zu erforderlichen Schutzmaßnahmen enthält. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass diese Angaben nicht immer ausreichen, um die tatsächliche Situation vor Ort vollständig bewerten zu können. „Gerade bei Havarien kann die Theorie schnell an ihre Grenzen stoßen. Da sind Messungen, Erfahrung und eine Gefährdungsbeurteilung entscheidend“, erklärt Scheurer.

Zwischen Zeitdruck und Sicherheitsanforderungen: Schnelles und sicheres Havariemanagement im Hafen-Alltag

Spätestens wenn beschädigte Container im Hafen ankommen, zeigt sich, wie entscheidend schnelles und abgestimmtes Handeln ist. Denn Schadensfälle entstehen häufig bereits auf See: Stürme, schwerer Seegang oder verrutschte Ladung können dazu führen, dass Container beschädigt werden oder Gebinde undicht den Hafen erreichen. Spätestens im Rahmen von Kontrollen werden diese Schäden sichtbar – dann ist schnelles Handeln erforderlich.

„Kommt es zu einer Havarie, zählt jede Minute. Ziel ist es immer, Gefahren für Menschen, Umwelt und Infrastruktur schnell und kontrolliert zu minimieren. In enger Zusammenarbeit mit Terminalbetreibern, Reedereien und der Wasserschutzpolizei werden beschädigte Container gesichert, freigemessen oder, falls erforderlich, unter besonderen Schutzmaßnahmen geöffnet“

erzählt Scheurer.

In diesem Moment ist der Hafen nicht nur Umschlagplatz, sondern ein sensibler Einsatzort, an dem viele Akteure ineinandergreifen müssen. Gleichzeitig haben sich die Anforderungen an das Sonderabfall- und Havariemanagement in den vergangenen Jahren spürbar weiterentwickelt. Strengere gesetzliche Vorgaben, neue Stoffströme, zunehmende Transportmengen im internationalen Seeverkehr sowie steigende Erwartungen an Sicherheit und Nachhaltigkeit prägen die tägliche Arbeit im Hamburger Hafen.

Für die Hamburger Abfallservice ist der Hafen dabei einer der zentralen Einsatzorte im Tagesgeschäft. Denn besonders bei gefährlicher Fracht aus der Seeschifffahrt ist fachkundige Betreuung ein zentraler Punkt: „Wir müssen jederzeit damit rechnen, auf unbekannte Stoffe zu treffen. Manche Substanzen reagieren erst bei Kontakt mit Luft oder anderen Materialien – das erfordert höchste Aufmerksamkeit und eine saubere Risikoabschätzung“, so Scheurer. Zur Grundausstattung bei jedem Einsatz gehören daher persönliche Schutzausrüstung, Gasmesstechnik sowie Chemie- und Ölbindemittel. Ergänzend können externe Analysen veranlasst oder eigene Lagerkapazitäten genutzt werden, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.

Die enge und seit vielen Jahren bewährte Zusammenarbeit mit den Akteuren im Hamburger Hafen ist dabei ein entscheidender Erfolg. „Das Havariemanagement hat sich in den vergangenen Jahren zu einem klaren Schwerpunkt unserer Arbeit entwickelt und bildet zugleich die Grundlage für die nachgelagerten Schritte – von der Bergung bis zur Entsorgung“, betont Jörg Scheurer.

Zur Person: Jörg Scheurer

  • Abitur in Köln mit anschließender kaufmännischer Ausbildung
  • Einkauf, Vertrieb und Beteiligungsbereich bei Richard Buchen Umweltservice
  • 1996 Vertrieb ASCALIA Kreislaufwirtschaft GmbH im Beteiligungsbereich der Richard Buchen Umweltservice
  • Geschäftsführung Eckelmann Gruppe Bereich Umweltschutz
  • Seit 2016 Geschäftsführer Hamburger Abfallservice Schaerig GmbH
  • 2018 Eintritt in die REMONDIS Industrie Service bei Zusammenschluss mit der Hamburger Abfallservice Schaerig GmbH
  • Seit 2020 Geschäftsführung REMONDIS Industrie Service Hamburg, ehemals ASCALIA Kreislaufwirtschaft GmbH und der Hamburger Schiffsentsorger GmbH
  • 2022 Übernahme der Regionalleitung für die Regionen Schleswig-Holstein und Hamburg
  • Seit 2026 Geschäftsführer der REMONDIS SAVA GmbH

Von der Bergung bis zur Entsorgung: Verantwortung aus einer Hand

Ist die akute Gefährdungssituation unter Kontrolle, beginnt der strukturierte Übergang zur ordnungsgemäßen Entsorgung. Die Umverpackung und der Abtransport erfolgen gemäß ADR und unter Berücksichtigung aller gesetzlichen Vorgaben.

„Die Fahrzeuge des Hamburger Abfallservice sind als Rüstfahrzeuge ausgestattet und führen alle notwendigen Materialien mit. Von unterschiedlichen Gebinden über Verpackungsmaterialien, Paletten, Dämmstoffen bis hin zu Stretchmaterialien. So können wir gefährliche Abfälle direkt vor Ort transportfähig machen“, erläutert Scheurer. „Im Anschluss gelangen die Stoffe in genehmigte Zwischenlager. Dort werden sie (sofern erforderlich) vorbehandelt, sortiert oder zusammengeführt und anschließend einem geeigneten Entsorgungs- oder Recyclingverfahren zugeführt.“

Für Jörg Scheurer ist klar: „Unsere Verantwortung endet nicht mit dem Abtransport aus dem Hafen. Wir begleiten den gesamten Entsorgungsweg und stellen sicher, dass jeder Stoff fachgerecht behandelt wird – selbstverständlich inklusive aller korrekten Deklarationen, Entsorgungsnachweise, Zulassungen und Zertifikate. Unsere Kunden müssen sich darauf verlassen können.“

Die Hamburger Abfallservice ist ein zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb und Teil der REMONDIS Industrie Service Gruppe. Der Fokus liegt auf der Sammlung, Behandlung und Entsorgung gefährlicher Abfälle – insbesondere dort, wo Standardlösungen nicht ausreichen. Neben dem operativen Havariemanagement versteht sich die Hamburger Abfallservice als verlässlicher Partner und Berater für Industrie, Logistik und Hafenwirtschaft.

Erreichbar, flexibel, einsatzbereit – auch im Notfall

Gerade bei zeitkritischen Schadensfällen spielt Flexibilität eine entscheidende Rolle. Die Hamburger Abfallservice stellt daher eine 24-Stunden-Notfall-Hotline zur Verfügung, über die Kunden und Hafen-Akteure jederzeit Unterstützung anfordern können.

„Viele Havarien passieren außerhalb regulärer Arbeitszeiten. Dann muss es schnell gehen, ohne lange Abstimmungswege“

Wie anspruchsvoll solche Einsätze sein können, zeigt ein konkretes Beispiel aus dem Hafen-Alltag: Ein Container mit Klebstoffen hatte im Inneren ein explosives Gas-Luft-Gemisch gebildet. Der Container musste zunächst in einem sicheren Bereich positioniert, mehrfach belüftet und unter kontinuierlicher Gasüberwachung freigemessen werden. Erst nachdem die Messwerte stabil waren und Explosionsgefahren ausgeschlossen werden konnten, wurde der Container unter Einsatz spezieller Schutzausrüstung geöffnet und die Ladung in geeignete Behälter umverpackt. „Ein einziger Zündfunke hätte ausgereicht, um den gesamten Container zur Explosion zu bringen“, erinnert sich Jörg Scheurer.

Blick zurück – und nach vorn

Schon vor einigen Jahren zeichnete sich ab, dass die Sonderabfallentsorgung im Hafen an Komplexität gewinnen würde. Heute ist klar: Die Anforderungen sind weiter gestiegen. Neue gesetzliche Vorgaben, veränderte Stoffzusammensetzungen und ein gestiegenes Sicherheits- und Umweltbewusstsein prägen die Arbeit stärker denn je.

Gleichzeitig haben sich Prozesse, Technik und die Zusammenarbeit aller Beteiligten kontinuierlich weiterentwickelt. „Was unverändert geblieben ist, ist die Notwendigkeit, Verantwortung zu übernehmen und flexibel zu bleiben. Mit Blick auf die Zukunft wird genau das entscheidend sein: erfahrene Fachkräfte, belastbare Strukturen und Partner, die in Ausnahmesituationen handlungsfähig bleiben“, so Scheurer.

 

Bildnachweise: REMONDIS, iStock tifonimages


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