Standorte Unternehmen

Mit einem Klick bestens im Bilde. Informieren Sie sich über unsere Unternehmensstandorte und die jeweiligen Angebote sowie Kontaktmöglichkeiten.

Standorte REMONDIS Industrie Service


Standorte REMONDIS-Gruppe

Entdecken Sie die Welt von REMONDIS mit rund 1.500 Niederlassungen und Beteiligungen in über 30 Staaten Europas, Afrikas, Asiens und Australiens.

Standorte REMONDIS

REMONDIS in der Schweiz: „Wir verstehen uns als Partner der Kreislaufwirtschaft”

27.01.2026

Als weltweit führender Standort für Pharma und Chemie misst die Schweiz dem fachgerechten Umgang mit Sonderabfällen eine besonders große Bedeutung bei. Mit REMONDIS Schweiz verfügt REMONDIS Industrie Service vor Ort über eine erfahrene Spezialgesellschaft, die den hohen Anforderungen der Branche an einen spezialisierten Dienstleister für Kreislaufwirtschaft gerecht wird. Beide Gesellschaften teilen zentrale Werte wie Verantwortung, Partnerschaftlichkeit sowie Nachhaltigkeit und setzen diese in der täglichen Arbeit mit gefährlichen Abfällen konsequent um. Pierre-André Vasseur, Verwaltungsratspräsident der REMONDIS Schweiz AG, spricht im Interview über erfolgreiche Projekte, Verfahren und Besonderheiten im Land.


Lieber Herr Vasseur, Ihr Unternehmen ist in der Schweiz ein etablierter Akteur in der Abfall- und Sonderabfallentsorgung. Wie hat sich REMONDIS Schweiz in den letzten Jahren entwickelt?

Das Unternehmen blickt auf eine 50-jährige Geschichte: Gestartet sind wir 1976 mit der Entsorgung von Röntgenfilmen und weiteren Abfällen aus der bildverarbeitenden Industrie. Mit der Übernahme der damaligen B. Spadin AG durch RETHMANN Recycling hat sich unser Geschäftsbereich dann kontinuierlich erweitert: über die Sammlung und Verwertung von haushaltsnahen Abfällen bis hin zur fachgerechten Behandlung von Sonderabfällen. 

Heute verstehen wir uns nicht nur als Entsorger, sondern als Partner der Kreislaufwirtschaft in der Schweiz. Gemeinsam mit unseren mehr als 12.000 Kundinnen und Kunden gestalten wir die Abfallwirtschaft verantwortungsvoll – regional verankert, mit einem klaren Blick auf Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit. Als Fachkräfte gehen wir in die Produktionskette unserer Kunden genau an die Stellen hinein, wo Abfälle entstehen. Wir sind so ein integraler Bestandteil der Prozesse unserer Kundinnen und Kunden. Unsere rund 500 Mitarbeitenden bringen täglich ihr Fachwissen und Engagement ein. Als Familienunternehmen fördern wir ihre Eigenverantwortung und ermöglichen Weiterbildungen an allen Standorten. Damit schaffen wir die Basis für innovative und qualitative Dienstleistungen.

Wer zählt heute zu Ihren Kundinnen und Kunden? Und wie gestalten Sie diese Partnerschaften in der Praxis?

Unsere Kundinnen und Kunden kommen aus den verschiedensten Bereichen. Einen Schwerpunkt bilden Industrieunternehmen, insbesondere aus der Chemie- und Pharmabranche sowie das Gewerbe. Diese unterstützen wir mit einer breit gefächerten Kompetenz aus Abfallberatung und -analyse. Wir entwickeln Entsorgungskonzepte und stellen Fachpersonal zur Verfügung, das direkt in betriebliche Abläufe eingebunden ist. So tragen wir dazu bei, Ressourcen nachhaltig im Kreislauf zu halten.

Darüber hinaus beraten wir Restaurants und Hotels, Privathaushalte sowie Kantone und Gemeinden als Entsorgungspartner. Für Kantone und Gemeinden übernehmen wir nicht nur die kommunale Sammlung, sondern betreiben auch Recyclinghöfe für die Bevölkerung. Hier können Bürgerinnen und Bürger ihre Abfälle teilweise rund um die Uhr selbstständig über eine Self-Service-Station abgeben. Mit unserem umfassenden Fuhrpark und einer leistungsfähigen Logistik sind wir außerdem schnell vor Ort, wo wir gerade gebraucht werden.

Welche Leistungen bietet REMONDIS Schweiz speziell im Bereich Sonderabfall an?

Mit der Gründung unserer Tochtergesellschaft REMONDIS Chemical Waste Services, kurz RECHEM, bieten wir seit 2014 Leistungen rund um die Behandlung, Lagerung und Entsorgung von gefährlichen Abfällen sowie Abwässern an. Die hier gebündelte technische Expertise bildet die Grundlage dafür, Industrieunternehmen bei einem sicheren Umgang mit Gefahrstoffen zu unterstützen. Unser Know-how trägt dazu bei, dass das Schadstoffpotential der behandelten Materialien stark reduziert werden kann. Ergänzend dazu sind wir mit unserem sogenannten „Schadstoffmobil” in den Partnergemeinden unterwegs und übernehmen dort die Sammlung gefährlicher Abfälle bei den Bürgerinnen und Bürgern.

Um den Anforderungen einer modernen Kreislaufwirtschaft gerecht zu werden und die wachsenden Bedürfnisse unserer Partner noch gezielter erfüllen zu können, wurde das Leistungsangebot im Jahr 2022 mit unserer Tochtergesellschaft Chiresa AG erweitert. Seither deckt unser Spektrum auch beispielsweise das Recycling aluminiumhaltiger Abfalllaugen. Ein besonderes Beispiel für angewandte Kreislaufwirtschaft ist die Filterasche-Aufbereitung in Full-Reuenthal im Kanton Aargau. Dort gewinnen wir wertvolle Metalle zurück und verhindern, dass Schadstoffe in die Umwelt gelangen.

Der Umgang mit Sonderabfällen erfordert hohe Kompetenz und Präzision. Wie stellen Sie sicher, dass Stoffkreisläufe hier möglichst geschlossen bleiben?

Verantwortung im Umgang mit Sonderabfällen bedeutet für uns, wirtschaftliche Ziele und technisches Know-how miteinander zu verbinden. Ein gutes Beispiel ist die bereits erwähnte Aufbereitung von Filterasche, die bei der Reinigung der Rauchgase in Kehrichtverbrennungsanlagen anfällt. Um eine optimale ökonomische und ökologische Verwertung zu ermöglichen, nutzen wir hier den FLUWA-Prozess. Bei diesem Verfahren wird die Asche mit einem sauren Wäscherwasser versetzt und lösliche Salze sowie Schwermetalle werden herausgelöst. Durch die Vermischung mit der basischen Asche wird der überschüssige Säuregehalt des Wäscherabwassers neutralisiert. Heraus kommt ein schwermetallarmer sauer gewaschener Filterkuchen, der verwertet oder deponiert werden kann. Das schwermetallhaltige Filtrat wiederum wird in einer Abwasserbehandlungsanlage mit Kalkmilch weiterbehandelt, wobei Hydroxidschlamm entsteht. Dieser Schlamm wird aufgrund seines hohen Zinkgehalts als Sekundärrohstoff in der Zinkverhüttung weiterverarbeitet.

Durch das Zusammenspiel von Asche und Wäscherwasser im FLUWA-Prozess verhindern wir, dass Schadstoffe in die Umwelt gelangen, reduzieren die Menge an Abfällen und schließen gleichzeitig Stoffkreisläufe durch die Wiederverwertung wertvoller Stoffe.

Herr Vasseur am Schreibtisch in seinem Büro in Schaffhausen

Zur Person: Pierre-André Vasseur

  • Verwaltungsratpräsident und seit 1996 bei der REMONDIS Schweiz AG
  • ausgebildeter Diplom-Betriebswirt (FH Münster, L'Université de Lille)

Bei der Sanierung der Sonderabfalldeponie Bonfol im Kanton Jura hat Chiresa auf anspruchsvolle Weise Verantwortung übernommen. Was war an diesem Projekt für das Unternehmen und die Mitarbeitenden besonders prägend?

Bonfol war wirklich ein einmaliges Projekt. Die Deponie war in den 1950er Jahren zur Ablagerung von Reststoffen aus der Basler Chemischen Industrie angelegt worden. Bis zur Sanierung im Jahr 2010 lagerten hier rund 114.000 Tonnen Sonderabfälle in Fässern oder als loses Material in einer Tongrube. Auffällig geworden war die Deponie durch verunreinigte Gewässer in der Umgebung, die ein schnelles Handeln erforderlich machten. Als Experte im Umgang mit Sonderabfällen war Chiresa damit beauftragt, die Abfälle vor Ort vorzubehandeln, analytisch zu kontrollieren und spezielle ADR/RID-konforme Container für deren Transport bereitzustellen. 

Dank einer qualifizierten Arbeitsgruppe und verschiedenen Baumaschinen mit spezieller Ausrüstung konnten wir die Arbeiten direkt am Standort unter höchsten Sicherheitsmaßnahmen durchführen. Dieses Projekt hat unsere Kompetenz und Verantwortung beim fachmännischen Rückbau und der ordnungsgemäßen Sanierung von schadstoffbelasteten Flächen enorm gestärkt und kommt uns bei Nachsorgearbeiten an veralteten oder stillgelegten Industrieanlagen immer wieder zugute.

Die Schweiz gilt als Vorreiter bei Umwelt- und Recyclingthemen. Welche Faktoren tragen aus Ihrer Sicht dazu bei, dass Nachhaltigkeit und Eigenverantwortung hier so stark verankert sind?

Also grundsätzlich sind wir Schweizer ein Volk der Sammler. Wir recyceln seit Generationen Abfälle wie Papier, Dosen, Kartons und Elektrogeräte. Das geht so weit, dass zum Beispiel die Altpapiersammlung im Auftrag der Gemeinden von Sportvereinen organisiert wird. Die Menschen sind es einfach gewöhnt, viele Dinge selbst zu machen. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass die Schweiz eher kleinstückig ist: Wir haben genauso viele Gemeinden wie Deutschland – statt 81 allerdings nur 8 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Die einzelnen Kantone sind weitgehend souverän. Auch die rund 3.000 Gemeinden besitzen politische Autonomie und können im Rahmen der kantonalen Verfassung eigene Verfahren etablieren. Da gibt es dann auch unterschiedliche Schwerpunkte auf Gewässer- oder Bodenschutz, je nachdem, wie viel Industrie vor Ort ansässig ist.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der REMONDIS Schweiz?

Der Abfallmarkt in der Schweiz ist gut aufgestellt. Für uns gilt es deshalb, bestehende Kapazitäten intelligent zu nutzen und Kreisläufe weiter zu schließen. Wir wollen auch weiterhin ein starker, verlässlicher Partner für unsere Kundinnen und Kunden sein. Dafür investieren wir in neue Technologien und setzen auf die Kompetenz unserer Mitarbeitenden. So gestalten wir die Kreislaufwirtschaft aktiv mit.

Vielen Dank für das Gespräch!


Aktuellste Nachrichten

Menschen Pierre-André Vasseur, Verwaltungsratspräsident REMONDIS Schweiz


REMONDIS in der Schweiz: „Wir verstehen uns als Partner der Kreislaufwirtschaft”

Als weltweit führender Standort für Pharma und Chemie misst die Schweiz dem fachgerechten Umgang mit Sonderabfällen eine besonders große Bedeutung…

weiterlesen

Hintergrundwissen Sortierung von Sonderabfall in Kleingebinden damals und heute


Recycling damals und heute: Wie moderne Technologien den Umgang mit Abfällen revolutionierten

Abfälle begleiten die Menschheit seit jeher. Ein Blick in die Geschichte zeigt, wie sich das Verständnis von Abfall vor allem über die letzten…

weiterlesen

Praxiseinblick Saugdruck-Tankfahrzeug bei der Fettabscheider-Reinigung


Saugwagen: Im Einsatz bei der Fettabscheider-Entsorgung

Zur Reinigung und Entsorgung von Abscheidern kommen Spezialfahrzeuge zum Einsatz, die umgangssprachlich als „Saugwagen“ bekannt sind. REMONDIS…

weiterlesen

Hintergrundwissen Batterie-Sammlung an einem Wertstoffhof


BattDG: Erweiterte Annahmepflichten für öffentlich-rechtliche Entsorger

Seit dem 7. Oktober 2025 hat Deutschland mit dem Batterierecht-Durchführungsgesetz (BattDG) ein neues Batteriegesetz. Dieses sieht weitreichende…

weiterlesen

News-Archiv


REMONDIS Industrie Service GmbH & Co. KG