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Recycling damals und heute: Wie moderne Technologien den Umgang mit Abfällen revolutionierten

20.01.2026

Abfälle begleiten die Menschheit seit jeher. Ein Blick in die Geschichte zeigt, wie sich das Verständnis von Abfall vor allem über die letzten Jahrzehnte hinweg verändert hat – beeinflusst von gesellschaftlichen Entwicklungen und dem Fortschritt neuer Technologien. Auch REMONDIS Industrie Service ist seit über 40 Jahren Teil der Entwicklungen im Recyclingbereich. Ein historischer Rückblick verdeutlicht, welchen Wandel die Abfallwelt durchlaufen hat.


Erste Ansätze der Abfallwirtschaft

Archäologen und Historiker konnten erste Ansätze einer Abfallwirtschaft zur Zeit der römischen Antike nachweisen: Hier wurde der Unrat über eine Kanalisation entsorgt oder mit Pferdekarren aus den Städten transportiert. Im Mittelalter entstand die erste echte Recycling-Idee: Die ersten europäischen Papiersorten wurden aus Lumpen hergestellt. Der Bedarf an solchen Textilresten war so groß, dass sich ein eigener Berufszweig, der Lumpensammler, herausbildete. Viele hundert Jahre später zwang die industrielle Revolution die Gesellschaft, neue Ansätze in Bezug auf die riesigen Mengen an Abfällen zu verfolgen. So entstand die Müllabfuhr und 1896 ging in Hamburg die erste Müllverbrennungsanlage des europäischen Festlands in Betrieb – ein Meilenstein der Abfallbranche, wenngleich an das heutige Verständnis von Recycling noch kaum zu denken war.

Cholera-Epidemie schafft Bewusstsein für die Gefährlichkeit von Abfällen

Der Bau der ersten Müllverbrennungsanlage hatte einen tragischen Anlass: 1892 wütete in Hamburg eine schwere Cholera-Epidemie. Dadurch entstand ein Bewusstsein für die Gefährlichkeit von Abfällen. Ähnlich wie zur Zeit der großen Pest prägten die Überreste – medizinische Hinterlassenschaften, verseuchte Kleidung von Verstorbenen und vieles mehr – ein Verständnis dafür, dass Abfälle nicht einfach liegen gelassen werden können, sondern zum Wohle aller behandelt bzw. entsorgt werden müssen.

Von gesetzlichen Vorschriften der Abfallbehandlung, die den Schutz von Umwelt und Menschen in den Fokus rückten, war man Ende des 19. Jahrhunderts allerdings noch weit entfernt. Dennoch stellte der Betrieb einer solchen Anlage einen revolutionären Schritt dar: Technologie und Infrastruktur legen bereits den Grundstein für die heutige Abfallbehandlung. 45.000 Tonnen Abfälle wurden im ersten Jahr verbrannt, wenige Jahre später schon die doppelte Abfallmenge. Eine Gemeinsamkeit mit der damaligen Verbrennungsanlage in Hamburg besteht allerdings bis heute: Die Schlackenreste, die nach der Verbrennung zurückbleiben, wurden bereits damals für den Straßenbau genutzt.

Umweltbewegungen machen auf Abfallprobleme aufmerksam

Im Zuge der wachsenden Umweltbewegung in den 1960er- und 1970er-Jahren entstand das Bedürfnis, ein Umdenken in Bezug auf Abfälle gesetzlich zu verankern. So trat 1972 das Abfallbeseitigungsgesetz in Kraft, welches erstmals festlegte, dass Abfälle auf ausgewiesenen Deponien zu entsorgen waren. Ebenso wurde verankert, dass gefährliche Abfälle gesondert von kommunalen Abfällen entsorgt werden müssen. Umgangssprachlich bildete sich dadurch der Begriff „Sonderabfall” heraus. Auch wenn zu dieser Zeit immer mehr Umweltskandale die Medien dominierten, wurden gleichzeitig die Weichen für eine nachhaltige Zukunft gestellt.

Es gab jedoch auch positive Nachrichten: Im Jahr 1974 wurde in Hannover der erste deutsche Altglascontainer aufgestellt. Dieser ermöglichte das getrennte Sammeln von Glasabfällen und leitete somit das erste Recycling von Glas ein. Die Abfalltrennung, die schrittweise Verkleinerung der Deponien und die Erkenntnis, dass Abfall auch ein wichtiger Rohstoff ist, revolutionierten die Umweltwirtschaft erheblich. Gerade mit Blick auf gefährliche Abfälle und Schadstoffe kam die Erkenntnis, dass diese Stoffe nicht einfach unbehandelt in die Natur gelangen dürfen.

Mit dem Grünen Punkt in Richtung Kreislaufwirtschaft

In den 1980er Jahren nahm die Zahl wilder Deponien zu und auch die Menge an weggeworfenen Verpackungsmaterialien stieg. Die Politik reagierte: 1991 wurde in Deutschland unter dem damaligen Umweltminister Klaus Töpfer die sogenannte Verpackungsverordnung auf den Weg gebracht. Töpfer identifizierte die lineare Ausrichtung der Wirtschaft damals als größtes Problem. Mit der Verabschiedung der neuen Gesetze wurden die ersten Schritte in Richtung Kreislaufwirtschaft in Deutschland gemacht. Hieraus ergab sich schließlich eines der wichtigsten Abfallsysteme überhaupt: das Duale System Deutschland, das vor allem unter dem Label „Der Grüne Punkt“ bekannt ist. Zwar stellte es zu Beginn die Welt von Verbraucherinnen und Verbrauchern auf den Kopf – es gab eine neue gelbe Tonne bzw. gelbe Säcke und die Frage, was fortan alles darin gesammelt wird –, doch es hat sich bewährt. In den 1980er und 1990er Jahren wurden weiterhin immer differenziertere Änderungen des Abfallrechts beschlossen, bis schließlich 2012 das Kreislaufwirtschaftsgesetz verabschiedet wurde.

Wie wertvolle Ressourcen der Zukunft erhalten werden

In Deutschland ist man in puncto Abfall heute auf einem guten Weg: Ein sehr großer Teil aller Plastikverpackungen wird inzwischen recycelt und aus Bio- und Restabfällen wird Energie gewonnen. Darüber hinaus werden Abfälle zunehmend als das angesehen, was sie sind: wertvolle Rohstoffe. Recyclingunternehmen leisten einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Selbst gefährliche Abfälle werden heute sicher und umweltgerecht behandelt und entsorgt. Bei bestimmten gefährlichen Abfällen, zum Beispiel bei überlagerten Spraydosen, ermöglicht ein spezielles Spraydosen-Recyclingverfahren, enthaltene Wertstoffe zurückgewinnen. REMONDIS Industrie Service verfolgt das Ziel, die bestmögliche Verwertung von Sonderabfällen zu ermöglichen. Dafür werden bestehende Technologien kontinuierlich weiterentwickelt und neue Ansätze, zum Beispiel das Iod-Recycling aus den Rauchgasen der Sonderabfallverbrennung, zur Marktreife gebracht.

Die gesamte REMONDIS-Gruppe hat mit vielen weiteren Akteuren aus Forschung, Politik und Wirtschaft in ihrer über 90-jährigen Unternehmensgeschichte den Wandel von der Abfall- zur Recyclingwirtschaft maßgeblich mitgestaltet – und sich dabei selbst umfassend transformiert: vom kleinen Fuhrunternehmen über einen spezialisierten Abfalllogistiker mit wachsendem Dienstleistungsangebot hin zu einem der zentralen Motoren der Kreislaufwirtschaft. Diese Entwicklung ist geprägt von Verantwortung und dem unternehmensweiten Anspruch, Zirkularität ökonomisch und ökologisch sinnvoll voranzutreiben.

Auch das Image der Umweltwirtschaft insgesamt hat sich verändert. Von einer Branche, die mit Schmutz und Müll in Verbindung gebracht wurde, hin zu einem wichtigen Standbein der Kreislaufwirtschaft. Mit viel Verantwortung und neuester Technik werden immer mehr Möglichkeiten gefunden, Ressourcen zu erhalten und wieder in den Kreislauf zurückzuführen. So rückt das große Ziel, zukünftig keine Wertstoffe mehr zu verlieren, Schritt für Schritt in greifbare Nähe.

Quellen:

  • NDR: Mülltrennung: Als aus Abfall Wertstoffe wurden. Link
  • NDR: Müllverbrennung seit 1896: Aus Abfall wird Strom und heiße Luft. Link
  • TÜV Nord: Kreislaufwirtschaft satt Wegwerfgesellschaft. Link
  • Umwelt Bundesamt: Gefährliche Abfälle. Link
  • Wir lieben Recycling: Die Geschichte der Abfallentsorgung. Link

Bildnachweise: Rethmann-Archiv, REMONDIS 


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